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Der Landpfarrer : eine Schrift für das deutsche Volk / von Julius Kell
Entstehung
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letzte Licht im Pfarrhauſe loͤſchte aus. Alles ſchlief; das Dorf ruhte in ſuͤßem Schlummer; aber der Huͤter uͤber Iſrael breitete Seine Fittige ſegnend und beruhigend aus uͤber die im Gebete entſchlafenen Chriſten! Alle die frommen Schlaͤfer hatten, was ſie erbeten, Ruhe und Frieden am Vorabende des Sabbaths.

Es iſt doch ſchoͤn, wer mit Gebet zum Allvater ſanft und ruhig entſchlaͤft!

Alles ſchlaͤft, wenn der Sabbath Gottes anbricht und viel⸗ leicht Niemand, außer den Kranken der Gemeinde, bemerkt wachend das Beginnen des heiligen Sonntags. Sie ſchlafen Alle. Ja ſo gehen auch wir durch den Schlaf des Todes hin⸗ uͤber in die ewige Sabbathsruhe! Wenn das Auge fuͤr die Welt ſich ſchließt, und der Koͤrper zum ewigen Schlafe ſich niederlegt, dann bricht der ewige Tag an fuͤr die unſterbliche Seele. Gleich Morgenroth und Morgenſonne wird die Herrlichkeit des ewigen Lebens aufgehen uͤber den Schlafenden, und die Mor⸗ genglocken der himmliſchen Kirche zu hoͤherem Lob und Preiſe die mit himmliſchen Leibern geſchmuͤckten Seelen rufen, wenn einſt der Herr die Gefangenen aus Zion erloͤſen wird aus den Banden des irdiſchen Seins. Trauͤmend werden wir unſre Augen aufſchlagen und fragen: Huͤter, Huͤter iſt die Nacht ſchier hin? Und die Antwort wird der himmliſche Morgengruß ſein:Ja, die Nacht iſt vergangen und der Tag iſt wieder herbeigekommen!

Wie heilig iſt doch die Sonntagsnacht! Wie ſelig iſt die Ruhe, und wie ſelig das Erwachen am Sonntag fruͤh fuͤr den frommen Schlaͤfer. Ob man wohl noch lange dieſe heilige Nacht entweihen wird durch Tanz und Spiel, und wuͤſtes, to⸗ bendes Laͤrmen der Geigen und Trompeten und das Jubeln der Menge! Ob man wohl noch lange in chriſtlichen Staͤdten und Staͤdtchen hinuͤber tanzen wird und hinuͤber toben und ſchwaͤrmen in des Sonntags Feierſtunden, um dann, als noth⸗ wendige Folge, das Sonntags⸗Morgengebet und Gottesdienſt zu vertrauͤmen und zu verſchlafen?