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rede durchdacht, und ging jetzt auf einem weiten Umwege lang⸗ ſam wieder heimwaͤrts durch das trauliche Dorf. Die Abend⸗ ſonne ſchien freundlich auf die niedrigen Strohdaͤcher und ſtrahlte zuruͤck von den weißen Waͤnden der Hauͤſer auf des Seelſorgers ernſtheitres Antlitz, der mit ganz beſonderen Gefuͤhlen durch die Felder und Gaͤrten und Haͤuſer ſeiner Gemeinde dahin ſchritt. Der Pfarrer fuͤhlte ſich heute wieder einmal ſo von ganzem Herzen froh in ſeinem heiligen Seelſorgeramte.„Es iſt doch etwas Hohes und Herrliches, Himmelsſegen und Seelentroſt ſpenden zu koͤnnen“— ſprach er ſtill vergnuͤgt und dem Herrn dankend, der ihn berufen hatte zum Hirten ſeiner Heerde;— und freudig ſchaute er um ſich, und betrachtete die Bauernguͤter und Hauͤſer ſeines Dorfes. Es war ihm eine ſuͤße Beruhigung, daß er keins fand, in welchem er nicht Theilnehmer einer oder mehrerer Freudens⸗ und Leidensſtunden geweſen waͤre, deren Bewohnern, reichen und armen, er nicht in den entſcheidenſten Augenblicken des Lebens mit dem Worte Gottes ermahnend, rathend, troͤſtend, oder auch ſtrafend, zur Seite geſtanden haͤtte. Er gedachte wie er hier beim Kindtaufſchmauſe der Aeltern Freude getheilt und beim Hochzeitsfeſte der Gaͤſte Froͤhlichkeit ge⸗ heiligt; dort Frieden unter Eheleuten geſtiftet, Streitigkeiten der Nachbarn, der Aeltern und Kinder guͤtlich beigelegt, Kranke be⸗ ſucht und Sterbenden den Heiland gebracht hatte im heiligen Nachtmahl; und wie uͤberall er durch Wort und Beiſpiel thaͤtig geweſen war, um Kindern, Juͤnglingen und Jungfrauen, Maͤn⸗ nern, und Frauen, und Greiſen das irdiſche Leben zu heiligen, und die himmliſche Berufung vor ihre Seele zu fuͤhren, ja ſelbſt an den Pforten des Todes die frohe Ausſicht auf einen neuen Morgen zu wecken.—
„Welch ſchoͤner Abend,“ dachte der Paſtor, als er zuruͤck⸗ blickte auf die von der Abendſonne vergoldeten Hauͤſer und Flu⸗ ren.„O, wunderſchoͤn iſt Gottes Erde, und werth darauf ein Menſch zu ſein,“ ſagte er ſtill froͤhlich und die Erinnerung an ſeine ſegensreiche Thaͤtigkeit im geiſtlichen Amte, der Frieden eines guten Gewiſſens, dieſer innere Himmel, ſpiegelte ſich ſonnig heiter in des Paſtors Zuͤgen. Er hatte jetzt den Huͤgel erſtie⸗ gen, auf welchem Kirche und Pfarrhaus lagen, und uͤberſah noch einmal die langen Hauͤſerreihen des Dorfes, welche um⸗ geben von Gaͤrten und Obſtbaumpflanzungen und Feldern, ſich ins Thal hinabzogen.


