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Der Landpfarrer : eine Schrift für das deutsche Volk / von Julius Kell
Entstehung
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dieſes Hauſes, dieſer kirchlichen Heimath, als Theilnehmer an des goͤttlichen Reiches Hausſchatze, deſſen Haushalter und Haus⸗ vaͤter ja eben die Prediger des goͤttlichen Wortes ſind? Und hatten nicht ſeit Jahrhunderten ſich die Glieder dieſer chriſtlichen Gemeinde hier an dieſer Stelle von den Dienern des goͤttlichen Wortes Gottes Geheimniſſe offenbaren, Seine Wunderthaten im Reiche der Natur, wie im Reiche der Gnade, von ihnen er⸗ klaͤren laſſen, und aus dieſem Schatze Heil und Segen fuͤr Le⸗ ben und Sterben hier ſchoͤpfen gelernt? Waren nicht hieher ſeit Jahrhunderten die Vaͤter, wie die Kinder, ſo oft die Glocken zur gemeinſamen Erbauung im Gotteshauſe riefen, gewandelt? Hatten ſie nicht hier, hier geſeſſen an den beſtimmten Plaͤtzen, Großvater und Vater, Sohn und Enkel, zu den Fuͤßen ihrer Lehrer? Waren ſie nicht hierher gepilgert, um hier die wichtig⸗ ſten Abſchnitte ihres Lebens zu feiern, bis die Kinder die Vaͤ⸗ ter wieder hieher begleiteten auf dem letzten Gange, um einſt, nach kurzen Jahren, eben ſo wieder von ihren Kindern dem Grabe uͤbergeben zu werden?

Wie lieblich ſind doch Deine Wohnungen Herr Zebaoth, rief der Prediger begeiſtert aus;Meine Seele verlanget und ſehnet ſich nach den Vorhoͤfen des Herrn; denn Ein Tag in Deinen Vorhoͤfen iſt beſſer, als ſonſt tauſend. Wahrlich, als eine zweite Heimath ſollte eine chriſt⸗ liche Gemeinde dieſe heiligen, kirchlichen Orte betrachten, an welche ſich die ſuͤßeſten und heiligſten Erinnerungen des Lebens, vom erſten bis zum letzten Tage, knuͤpfen!

Wehmuͤthig gedachte der Pfarrer aller der Gleichgiltigen, der Kirchenſcheuen, der Kirchenveraͤchter! Er trat hinaus an den Rand des Huͤgels, auf welchem ſeine Kirche lag, und blickte hinunter auf ſein Dorf, und ſein Blick ſchweifte hinuͤber uͤber die weiten Fluren des Landes, und verweilte freudig auf den zahlreichen Kirchthuͤrmen, die aus den Ziegeldaͤchern und Obſt⸗ bauͤmen zahlreicher Doͤrfer hoch emporragten und das Land als ein chriſtliches bezeichneten, aller Welt gleichſam zurufend: Hei⸗ lig, heilig heilig iſt der Herr Zebaoth, alle Lande ſind Seiner Ehre voll, auch unſer Land! 4

Welch ein wohlthuender Anblick, zumal fuͤr einen Prediger, uͤberall Staͤtten der Gottesverehrung zu ſchauen, und welch ſeli⸗ ges Gefuͤhl, ſelbſt zu denen zu gehoͤren, welche Lehrer, geiſtliche Berather und Troͤſter eines chriſtlichen Volks ſind! Solche Ge⸗