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etwas wider dich habe, ſo laß allda vor dem Altar deine Gabe, und gehe zuvor hin, und verſoͤhne dich mit deinem Bruder.— Alſo ſpricht der Herr Chriſtus auch zu euch, ihr Abendmahlsgenoſſen,— die ihr am Altare ihm das Opfer euerer Liebe und Andacht bringet. Gehe zuvor hin und verſoͤhne dich mit deinem Bruder.— Gehe, fliege!— Und wenn du das nicht kannſt, ſo laß aus deinem Herzen fah⸗ ren Haß, und Groll, und Rache;— und alsdann komm und opfere deine Gabe.“——
Je weiter Thomas las, deſto unruhiger wurde die Kranke; endlich unterbrach ſie ihn aͤngſtlich.
„Hoͤre“— ſagte ſie—„ich habe doch einen rechten Groll auf meinen leiblichen Bruder, daß er uns aus unſerm Hauſe hinaustreibt. Nicht wahr, Vater, das iſt nicht recht?— Gehe zuvor hin und verſoͤhne dich mit deinem Bruder,— hieß es nicht ſo?“—
„Es iſt ſchaͤndlich, niedertraͤchtig,“ murmelte der Alte in den Bart—„uns um das Haus zu betruͤgen! Ja betruͤgen,“ fuhr er, heftiger werdend fort.„Der alte Ohein haͤtte gewiß rich Deinem Bruder, dem Brenz, unſer Haus vermacht, wenn der Schuft ihn nicht beredet, uͤberredet, uͤberliſtet haͤtte. Hat Dir doch Dein Oheim Seliger noch auf dem Todtenbette ver⸗ ſichert, das Haus ſolle Dein Eigenthum bleiben; jetzt nach dem Tode bringt der Schuft von Bruder ein Teſtament zum Vor⸗ ſchein, drin ſtehts geſchrieben, daß Er Alles, wir Nichts be⸗ kommen ſollen. Das war ein Spitzbubenſtuͤck⸗—
Die Kranke hatte unruhig dem Eifer des Mannes zuge⸗ hoͤrt und vergebens ſich mehrere Male angeſtrengt, ihn zu unter⸗ brechen.„Vater,“ bat ſie jetzt aͤngſtlich,„paſſen wohl ſolche Re⸗ den zum heiligen Abendmahl?—„Verſoͤhne dich zuvor mit deinem Bruder,“ ſo ſtehts geſchrieben.„Themas“ bat ſie dringend, mimm doch einmal die Bibel herunter. Du koͤnnteſt mir das Evangelium vom Schalksknecht vorleſen, das paßt fuͤr uns.“—
Die Kranke horchte andaͤchtig dem herrlichen Gleichniſſe zu.— Es hatte Beide ſtill gemacht!—„Vater,“ ſagte endlich die Alte,„verſtehſt Du das mit den hundert Groſchen? Das hat der Bruder etwa an uns verſchuldet. Die Tauſend Pfund aber, das ſind wir, die ſind wir dem lieben Gott ſchuldig.


