Teil eines Werkes 
7.-12. Bdchen (1851)
Entstehung
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Du biſt alſo glücklich. Sehr glücklich. Und Du hegſt keinen Zweifel, keine Furcht? Nein warum ſollte ich auch? Er ſah ſie traurig an, aber ihr Lächeln blieb heiter, vertrauensvoll und ungetrübt.

Du biſt immer dieſelbe, ſagte er,zu hoffnungs⸗ voll. Geſtehe, daß Du das Leben, namentlich das ehliche, für einen ewigen Sonnenſchein anſiehſt.

Das denke ich nicht, lautete die trockene und entſchie⸗ deue Antwort;im Gegentheil, ich halte es für ſehr ſtürmiſch.

Wirklich

Ja, wirklich; aber ich habe mich zu etwas ent⸗ ſchloſſen.

Und wozu denn?

Daß Du die Stürme alle allein für Dich behalten ſollſt. Du brauchſt nicht ironiſch zu lächeln; ſo ruhig Du auch biſt, Du weißt doch, daß ich das Mittel gefun⸗ den, Dich außer Faſſung zu bringen.

Ja, Petite; aber anfangs warſt Du ſelbſt ſehr außer Faſſung; wenn alſo die Stürme ſich einſtellen, welche Du vorausſagſt, ſo wirſt Du

Eine Griſeldis lauter Geduld, ſanfte Demuth und pflichtmäßiger Gehorſam.

Ein ſkeptiſches Lächeln verrieth den Zweifel, mit wel⸗ chem Herr von Sainville dieſe Verſicherung behandelte; aber Nathalie blieb dabei. 8

Wahrhaftig, es wird geſchehen, wie ich ſage; und dies nur, weil ich weiß, daß ich Dich damit ärgern kann. Das klingt aufrichtig, aber woher weißt Du, daß es mich ärgern wird?

4Weil Du den Widerſtand liebſt; vorausgeſetzt, daß Du ihn zuletzt doch überwinden kannſt; weil Du wünſchen würdeſt, ich möchte ſtürmen, toben, ſtreiten, während Du kalt wie ein Eiszapfen und folglich immer Herr bliebeſt. Aber ich bin entſchloſſen, Dir dieſe Gunſt nicht zu erzei⸗