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Sie antwortete nicht. Sie ſtand vor ihm, mit er⸗ roͤthendem und halb abgewandtem Geſichte, die eine Hand trug ihre Wange, die andere beraubte einen ſchönen Lor⸗ beerbaum ſeines Laubes. Er ſtand zwiſchen ihr und der Thüre und ſchien ſich an ihrer Verlegenheit zu weiden, Es⸗ trat eine Pauſe ein.
„Was thun Sie meinem armen Lorbeerbaum?“ rief er plötzlich.. Nathalie erſchrack, drehte ſich um und blickte, als ſie den Boden mit Blättern bedeckt ſah, mit furchtſamem Auge in das Geſicht des Herrn von Sainville. Er gab ſich ein unzufriedenes Ausſehen und ſie ſuchte eine reuige Miene anzunehmen.
„Behandeln Sie die Pflanzen ſo?“ fragte er;„wenn dem ſo iſt, werde ich die meinen ſchützen.“
„Schließen Sie die Thüre, mein Herr.“
Sie ſchlüpfte an ihm vorüber und trat aus dem Treib⸗ haus, während ſie ſprach.
„Ein kluger Rath, der nicht bald genug befolgt wer⸗ den kann,“ antwortete er, indem er ihr hinausfolgte und die Thüre des Treibhauſes ſchloß.
Nathalie ſchien verlegen, als er gelaſſen neben ihr ging. Im erſten Mament der Verwirrung hatte ſie nicht den Pfad eingeſchlagen, der zu dem Schloſſe führte, ſon⸗ dern eine Fichtenallee in entgegengeſetzter Richtung. Der Boden war graslos, aber das geſallene Laub der Fichten machte ihn warm und weich, wie einen Teppich; goldene Strahlen ſielen auf die dunkeln Stämme und noch dunk⸗ ler waren dieſe nordiſchen Bäume, welche ſonſt kalt, wie die Luft des Frühlingsmorgens, ausſahen. Als er bemerkte, daß ſeine Begleiterin nicht ſprach, eröffnete Nathalie ent⸗ ſchloſſen die Unterhaltung, indem ſie auf die Schönheit des Wetters anſpielte— dieſen fruchtbaren Geſprächsge⸗ genſtand in zweifelhaften Climaten. Er lächelte, antwor⸗ tete jedoch nicht.


