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legen den Grund zu einer ſchlechten Geſundheit. Wann verlaſſen Sie dieſes Zimmer, ſelten oder nie? Ich er⸗ Hurie Ihr Verſprechen, Ihr Wort, daß dies aufhören o..
Nathalie antwortete nicht.
„Wie! Sie verweigern es mir?“
„Nein, mein Herr.“
„Dann werden Sie mir auch das Verſprechen geben, morgen einen Spaziergang zu machen.“
„Recht gerne, mein Herr; ich gebe Ihnen mein Wort darauf?“
Sie ſprach in leiſem Tone, ohne ihren Blick zu er⸗ heben oder ihre Stellung zu verändern; auch er ſah ſie nicht an! Er ſtand auf der Seite des Kamines und ſtützte den Ellbogen auf den niederen Mantel deſſelben; ſein Blick ruhte auf dem Spiegel, welcher das ganze Zim⸗ mer von dem entfernteſten Ende bis zu der unbeweglichen Geſtalt des jungen Mädchens reflectirte. Er blickte ſie ge⸗ dankenvoll an. Er war nicht im Irrthume, als er ſagte, Nathalie habe ſich verändert; ſie war hager und blaß geworden, und als ſie ſo daſaß, fiel ihm die matte Hal⸗ tung des jungen Maädchens ſchmerzlich auf. Ein beſorgter Ausdruck malte ſich auf ſeinen Zügen; er ſchien auf dem Punkte, ſie anzureden, als eine Erſcheinung im Spiegel ſeine Aufmerkſamkeit auf ſich zu ziehen ſchien.
„Kommen Sie herein,“ ſagte er ſo ploͤtzlich, daß Nathalie raſch aufſah.
Er hatte ſich nach der Thüre gewandt; das fluchtige
Zuſammenziehen ſeiner Augbrauen verrieth ſeine Unzu⸗
riedenheit, als die Thüre ſich öffnete und Amanda eintrat.
dee Warum kamen Sie nicht ſogleich herein?“ fragte er kurz.
„Ich befürchtete, den gnädigen Herrn zu ſtoren,“ antwortete Amanda kalt und zurückhaltend.
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