Teil eines Werkes 
7.-11. Bdchen (1853)
Entstehung
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will ich ſie lieben, mehr als je ein Ritter oder Roma⸗ nenbeld ſeine Dame liebte.

Er ſprach mit ſcherzender, aber zärtlicher Schmei⸗ chelei. Die Liebe kann jeden Ton und jede Sprache in ihrem Sinne verwenden.

Ich weiß nicht, wie lange wir mit einander in dem Garten blieben. Ich gedachte zuerſt der Zeit.

Wo iſt Kate? fragte ich.

Vergeſſen, antwortete ihre leiſe Stimme.

Sie ſtand hinter der epheuumrankten Veranda; den Kopf etwas gebeugt und mit der Hand die Wange ſtützend. Sie ſah mit einem glücklichen Lächeln, in das ſich ein leiſer Kummer ſtahl, zu uns herab⸗

Glaubt nicht, ich mißgönne Euch die heitere Zeit, fuhr ſie fort;ich ſebe gerne, wenn man ſich freut. Wenn ich auf dem Felde einem Paare begegne, ſo gehe ich ihnen aus dem Wege, oder wenn das nicht möglich, ſo gebe ich ihnen im Herzen meinen Segen.Geht, denke ich bei mir ſelbſt,geht; Ihr werdet nie mehr glücklicher, vielleicht auch nie mehr beſſer, als Ihr jetzt ſeid, geht.

Wir wollten hineinkonmen, ſagte Cornelins, in⸗ dem wir die Treppe hinaufſtiegen.

Als ich an Kate vorüberkam, hielt ſie mich zurück, legte ihre Hand auf meine Schulter und ſagte:

Sieh das Kind an! Sie hat die ganze Nacht nicht geſchlafen, und doch iſt keine Roſe des Gartens halb ſo friſch. Es iſt etwas Hüdſches um die Jugend, Cor⸗ nelius.

Sie ſeufzte leiſe und führte uns in das vordere Wohnzimmer, wo das Frühſtück unſer harrte.

Schon! ſagte Cornelius.

Ja, ſchon, ſagte ſie, indem ſie ſich niederſetzte, um den Thee einzuſchenken,während Ihr in den Wolken waret, iſt die Erde ihren ruhigen Gang fortgegangen.

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