Teil eines Werkes 
7.-11. Bdchen (1853)
Entstehung
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immer innigerer Vereinigung ſich ſehnt, ſich an die Schatten ihrer Wünſche hing. Ich hatte mir ſelbſt, ihnen Allen geſagt, daß meine Liebe die eines Kindes zu ſei⸗ nem Vater, einer Schweſter zu ihrem Bruder, und eines Freundes zu ſeinem Freunde ſei, weil es mir nicht in den Sinn gekommen, daß mich nicht ein feſteres Band an ihn binden möchte und was ich geſagt, hatte ich auch wirklich geglaubt.

Ich war ſehr jung und ſehr unſchuldig. Von Liebe hatte ich wenig geleſen und noch weniger geſehen. So lange ſie nicht in ſichtbarer Geſtalt mir gegenüber trat, ſo lange ich nicht ſelbſt einen großen Wechſel in mir eintreten fühlte, ließ ich mir nicht davon träumen. Es gibt eine Liebe, die ihrer ſelbſt unbewußt, im Her⸗ zen liegt, wie ein Kind in ſeiner Wiege ſchläft und auch mir war keine Ahnung von ihr aufgeſtiegen. Es gibt eine Liebe, welche mit unſern Jahren wächſt, bis ſie ein Theil unſeres Weſens iſt; welche nie erregt wird, weil ſie zuvor nicht im Zuſtand der Gleichgültig⸗ keit geweſen und keine Erinnerung an die Zeit hat, in welcher ſie nicht war; eine Liebe endlich, die reinere und tiefere Zeichen hat, als das klopfende Herz, die er⸗ röthende Wange, den abgewandten Blick und all' das kannte ich nicht. Wo kein Widerſtand iſt, da kann auch kein Kampf ſein; aber weil kein Kampf iſt, ſollte darum Jemand ſagen wollen, es gibt keinen Sieg? ſollte Jemand die unlogiſchſte aller Leidenſchaften auf die Logik zurückführen wollen, und mit einem Gefühle argumen⸗ tiren, das jedes Beweiſes ſpottet, und zu antworten verſchmäht?

Hatte ich denn Cornelius ſchon als ein Kind ge⸗ liebt? ihn mit dem reineren Theil der Leidenſchaft ge⸗ liebt, der nicht auf das Zunehmen der Jahre zu warten braucht? Gott allein weiß es. Die Liebe iſt ein großes Geheimniß; es iſt leicht, ſich der Zeit ihrer Entdeckung