Teil eines Werkes 
7.-11. Bdchen (1853)
Entstehung
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Ja er liebt mich! wiederholte ich mir, als ich mich jedes Zeichens erinnerte, das bis jetzt unbeachtet von mir geblieben war.Und ich liebe ihn?O! wie raſch kam die unwiderſtehliche Antwortmit der ganzen Gewalt meiner Seele, mit allen Regungen meines In⸗ nerſten, mit dem Blut, das in meinen Adern fließt, mit dem Herzen, das in meinem Buſen ſchlägt. Die Ant⸗ wort überraſchte und entzückte mich. Ich verſtand ſie noch nicht ganz und wie Jemand, der plötzlich gefangen ge⸗ nommen wird, blickte ich auf meine Feſſeln und ſah un⸗ gläubig, daß die Freiheit des Gedankens, des Herzens und des Gefühls für immer mir entriſſen war; daß ein Einfluß, ſo unmerklich als mächtig, Beſitz von meinem Weſen ergriffen hatte.

Einen Augenblick lehnte ich mich dagegen auf; aber nach einem kurzen Kampf um die Freiheit erklärte ich mich für beſiegt; mit klopfendem Herzen und glühender tiefgebeugter Stirne erkannte ich ihn als meinen Mei⸗ ſter an.

Kindliche Ehrfurcht, ſchweſterliche Liebe, Freund⸗ ſchaft, was war aus Euch geworden? Wie ſchwache Brombeeren und Hagenbutten von einem ſchwachen Strom hinweggeſchwemmt, ſeid ihr am Pfad der Leiden⸗ ſchaft verwelkt. Ich wunderte mich nicht, daß ihr nicht mehr wart, ich wunderte mich nur, daß ihr je exi⸗ ſtirt, eitle Worte durch die ich mich lange hatte täu⸗ ſchen laſſen.

Ich blickte in meine Vergangenheit zurück. Seit ich ihn kannte, konnte ich mich keiner Zeit erinnern, wo der Gedanke an Cornelius nicht die Nahrung meines Her⸗ zens geweſen wäre. Es lag eine Vertraulichkeit in mei⸗ ner tiefſten Zärtlichkeit und innige Liebe ſelbſt in mei⸗ ner Freiheit. Ich hatte in tiefſter Seele gefühlt, daß meine Liebe für einen jungen und mir nicht verwandten Mann nicht heilig und rein genug ſein konnte; und daß die Liebe, die immer nach größerer Vollkommenheit und