Teil eines Werkes 
7.-11. Bdchen (1853)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

263

mir verſprochen, zu bleiben, geht er doch. Sprich mit ihm, bitte, ſprich mit ihm!

Sie ſchüttelte ihren Kopf und ſtand etwas auf der Seite, indem ſie mit ruhiger Aufmerkſamkeit zuhörte.

Ich ſtellte mich ſchweigend vor ihren Bruder, aber er ſah traurig und entſchloſſen aus.

Du kannſt nicht das Herz haben, es zu thun! rief ich, während mir die Thränen über das Geſicht floßen;Du kannſt nicht!

Daiſy, verſetzte er in einem Ton, in welchen ſich Schmerz und Vorwurf miſchten,wozu ſoll das Alles nützen? wenn ich könnte, würde ich bleiben; aber ob⸗ gleich ich Dich ſo ſehr liebe, daß jede vergoſſene Thräne mir wie ein Tropfen von dem Lebensblut meines Herzens erſcheint, ſo glaube mir, wenn ich erkläre, daß wenn Du mich auf den Knieen bitten würdeſt, zu bleiben, ich den⸗ noch Nein ſagen müßte.

Dann werde ich's verſuchen! rief ich verzweif⸗ lungsvoll aus; aber ehe ich auf meine Kniee niederſank, hatte er meine beiden Hände ergriffen und zwang mich, auf den Füßen zu bleiben. Alle Hoffnung ſchwand mir.

Horaelude ſagte ich weinend,willſt Du bleiben?

Nein!

Cornelius! rief ich noch eindringlicher,willſt Du bleiben?

Diesmal antwortete er nicht, aber ſein halb abge⸗ wandtes Geſicht zeigte mir ein ſtrenges, entſchloſſenes und unerbittliches Profil.

Du kannſt mich nicht müde machen, ſagte ich wie⸗

der.Willſt Du bleiben?

Er wandte ſich zornig nach mir um.

O, blindes Kind armes blindes Kind! rief er, und ſeine weißen Lippen zitterten.Du willſt, daß ich bleibe daß ich bleibe.

Ja, Cornelius, ich bitte noch einmal darum!

Alle Geduld ſchien ihm zu verſagen. Seine Augen