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das iſt eben das goldne Zeitalter des Weibes, wenn die jugendliche Anmuth der Umriſſe den Beſchauer ihre Un⸗ regelmäßigkeit vergeſſen macht und er bei der Betrachtung der friſchen klaren Wangen nicht fragt, ob ſie dunkel oder hell ſind— wenn er von einem Weſen bezaubert wird, das noch nicht zu lauge auf Erden weilt und er dem jüngſt angekommenen Gaſte ein Willkommen zuzu⸗ rufen ſich gedrungen fühlt.
Nach unſrer erſten Begrüßung, ſetzten wir uns auf eine hölzerne Bank. Der Wind kam von Weſten. Er blies uns friſch ins Geſichte und bewegte die Fichten mit ihren rauſchenden Zweigen über uns, durch welche die ſchiefen Strahlen der Sonne warm und angenehm herein⸗ fielen. Unſer Blick ruhte auf einem Einſchnitt des Stran⸗ des, der von glänzenden Nebeln halb verſchleiert war; auf der See, die ſo heiter ausſah und gerade in ihrer Ruhe ſo lebendig und frei erſchien. Unſer Ohr begrüßte das leiſe Rauſchen der Wellen am Ufer unten, das Mur⸗ meln eines Lüftchens, das zwiſchen den niedern Hügeln erſtarb und indem wir einander lächelnd anblickten, ſagten wir beide, was für ein herrlicher Morgen das ſei. Ich ſchlang meinen Arm in den von Cornelius, legte meine beiden Hände darüber, ſah ihm ins Geſicht und begann mit einer Menge von Fragen.
„Erzähle mir nun ausführlich von Deinen Bildern und Deinem Malen.“
Eine leichte Wolke überflog ſeine Stirne als er ant⸗ wortete:
„Sprich mir jetzt nicht von meinen Bildern, Daiſy.“
„Gut,“ ſagte ich, obwohl etwas in meinen Erwar⸗ tungen getäuſcht,„erzähle mir Alles von Italien.“
„Alles— das iſt eine beſcheidene Bitte!“
„Nun denn, ſo erzähle mir Einiges. Sind die Ita⸗ lienerinnen ſo hübſch?“
„Einige, andere wieder nicht.“
Sein Ton und ſein Benehmen zeugte von Zerſtreuung.


