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bald glaubte ſie, mein Haar ſollte geflochten, ſtatt bloß aufgebunden zu ſein, es würde weit beſſer ausſehen—“
Ich ſagte endlich ungeduldig: 3
„O Kate, wenn Du mich nur gehen ließeſt! Was wird ſich Cornelius um all' das kümmern?“
„Aber ich kümmere mich darum,“ verſetzte Miß OReilly.„Ich glaubte, Cornelius würde Dich weit beſſer ausſehend finden, aber alles, was er bemerkte, war, daß Du größer geworden!“
„Weil es auch Alles iſt!“ ſagte ich lachend.
„Das iſt nicht wahr. Aber geſtern Abend ſahſt Du blaß und unordentlich aus und hatteſt überdies das graue häßliche Kleid an; aber jetzt, Midge, laß mich Dir ſa⸗ gen, jetzt ſiehſt Du ganz anders aus.“ 3
Sie hielt mich etwas von ſich ab und ſah mich mit zufriedenem Lächeln an. 3
„So,“ ſagte ſie und ließ meine Hand ſinken,„jetzt kaunſt Du gehen.“
Ich ließ mir das nicht zweimal ſagen und eilte die Trep⸗ pen und den Sandweg hinab, der zu den Fichten führte. Der Duft der Cigarre hatte mich nicht getäuſcht: Cornelius lehnte an dem Stamm der letzten Fichte, ſah über die friſch glänzende See hin, die ſich unter ihm ausbreitete und ſich bis zum weißen Saum des Horizontes hinzog, über welchem ſich der herrlich blaue Himmel wölbte. Er wandte ſich um, als ich ganz athemlos auf ihn zukam und begrüßte mich mit einem Lächeln. Ich ſtand neben ihm und betrachtete ihn mit den entzückten Augen, mit welchen wir die anſeben, die wir lieben. Er legte ſeine Hand auf meine Schulter, und ſah mich gleichfalls Aufangs ſchweigend an— dann ſagte er plötzlich: 4
„Wie hübſch Du ansſiehſt!“ Er beugte ſich herab⸗ und küßte mich auf die Stirne.
Mein Herz klopfte ein wenig: ich war glücklich unn heiter. Es ging nichts in mir vor, was nicht in jedem Mädchen von fünfzehn bis zwanzig Jahren vorgeht; aber 4


