„Nun, bin ich nicht ſein Kind?“ fragte ich. „Unſinn!“ verſetzte ſie und ſah gereizt aus. „Ich bin wirklich ſeine Adoptivtochter!“ ſagte ich
lebhaft.
„Ich habe noch nie gehört, daß ein Mann von
ſechsundzwanzig Jahren eine Adoptivtochter von beinahe
ſiebenzehn habe,“ lautete ihre ironiſche Antwort. Cornelius lächelte; ich vertheidigte jedoch unſre Ver⸗ wandtſchaft auf's Eifrigſte. „Ich freue mich, daß er ſo jung iſt,“ ſagte ich;
„die meiſten Kinder haben alte Väter; der meine iſt
nicht alt; er wird um ſo länger leben.“ 4 Cornelius lachte; ſeine Schweſter ſagte„Pſt!“ und
Jane, welche das Geſchirr hereinbrachte, machte dem Ge⸗
ſpräche ein Ende. Unſere Unterredung war allerdings
ſehr nichtiger Art. Obwohl Cornelius behauptete, er ſei nicht im Mindeſten müde, da er in London ausgeruht, ehe er zu uns gekommen, wollte Kate doch nichts davon hören, daß wir aufblieben. Sie hieß mich gehen, als ich gerade von ſeiner Malerei begonnen. Um mich zu tröſten, vertraute ſie mir, als wir die Treppen hinauf⸗ ſtiegen, an, daß eine große hölzerne Kiſte ſein Bild ent⸗ hielte und fügte mit einem bezeichneten Blicke hinzu:; „Er hat ſich doch nicht verſtrickt.“
Fünfundzwanzigſtes Kapitel.
Wir waren auf Cornelius' plötzliche Rückkehr nicht vorbereitet; ſein Zimmer war weder gelüftet noch in Bereitſchaft geſetzt; Miß O Reilly räumte ihm deßhalb


