Teil eines Werkes 
7.-11. Bdchen (1853)
Entstehung
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Cornelius Frau und Kinder hat was iſt daran, ſobald er nun nicht in Italien bleiben will?

Miß O Reilly war ganz anderer Anſicht, und da ſie geneigt ſchien, mich zu ärgern, weil ich ihr nicht Recht gab, ließ ich den Gegenſtand fallen und ſchlug einen Spaziergang vor. Sie ſagte, daß ſie mit dieſer Aus⸗ ſicht auf eine italieniſche Schwägerin gar nicht in der Stimmung ſei, einen Spaziergang zu machen; da mich die Sache jedoch ganz und gar nicht berühre. ſo habe ich Recht, wenn ich ſie mir nicht zu Herzen nähme. Ich antwortete nicht. Ich wollte ihren Verdruß nicht da⸗ durch noch mehren, daß ich ſie merken ließ, wie ſehr mich die verlängerte Abweſenheit von Cornelius ſchmerzte.

Dieſer Gedanke hielt mich über die gewöhnliche Stunde in meinem Bette wach; endlich ſchlief ich ein. Plötzlich fuhr ich aus dem Schlafe auf, ich wußte ſelbſt nicht weßhalb; ich glaubte, ich hörte etwas im Traume, was es jedoch war, konnte ich nicht ſagen. Ich ſetzte mich auf und horchte; ja, drunten im Wohnzimmer hörte ich Stimmen. Ich ſtand auf und öffnete leiſe meine Thüre. Eine der Stimmen war die von Kate; die andere, die ich ſeit zwei Jahren nicht gehört, aber nicht vergeſſen war die ſo wohl bekannie und theure ihres Bruders. Ich ließ mir nicht mal zur Freude Zeit, kleidete mich raſch an und ſchlich hinunter. Die Wohn⸗ zimmerthüre ſtand offen; ich ſah hinein; er ſaß bei Kate, beugte ſich über ſie herab und hielt ſie mit einer Zärtlichkeit umfangen, die zu theilen ſie mich aus einer kleinen Eiferſucht nicht herabgerufen. Er ſaß mit dem Rücken mir zugewandt und ſah mich nicht; auf dem Boden lag ein Teppich, mein Schritt war ſehr leicht; ich ſtand an ſeiner Seite, ehe er wußte, daß ich da war. Ich wollte ſprechen: aber die Worte er⸗ ſtarben mir auf den Lippen. Ich blieb ſtehen, ſtumm,

Daiſy Burns. II. 2