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Bilder üppiger Luſt ſucht, und ihre reineren Züge un⸗ geleſen läßt! Gerade bei unſchuldigen Dingen ſind wir aufgefordert, unſre Sinne und unſre Herzen zu hüten. Deßhalb halte ich euch für gefährlich, ihr verborgenen Thäler, mit ſanft rauſchenden Flüſſen, mit grünen Wäldern und einſamen Pfaden, von denen wir nicht wiſſen, wohin ſie führen, mit friedlichen, im Schatten verborgenen Wohnungen, die wie ebenſoviele Wohnungen der Liebe und des Glückes ausſehen. Ob⸗ gleich wir wiſſen, daß das goldene Zeitalter nur eine Fabel und ländliches Glück der Traum von Poeten iſt, daß Unſchuld und Friede nicht auf Erden wohnen, ob⸗ wohl Leidenſchaften und Ueberſättigung dahin ebenſo leicht, als in volkreiche Städte driftgen, wer von Euch hätte nicht einen Augenblick an Eurem ſtillen Buſen zu leben und zu ſterben gewünſcht? Wer hat nicht gefühlt, daß die Gedanken, die ihr weckt, das Herz erweichen und unterjochen und es verfolgen und ſchwächen mit ſehnſüchtigen Träumen und Wünſchen, die alle zu irdiſch nd. 1 Das ſind nicht die Gefühle, die Du rege machſt, Du ernſtere See— ernſt ſogar in Deiner Schönheit, in Deiner ruhigſten und ungeſtörteſten Stimmung. Treuer und ehrlicher ſind Deine Verſprechungen, die Du wenig⸗ ſtens ſtreng gehalten,— der lange unerſchrockene Kampf gegen Wind und Wetter, die ſpäte Heimkehr wetter⸗ harter Seeleute,— ach und oft auch der Schiff⸗ bruch, der den Feigen erblaſſen macht, doch niemals ein tapferes Herz ſchreckte; das ſind Hoffnungen, die Du bieteſt, dies die Verſprechungen, die das Leben, das Du vor unſern Blick malſt, erfüllen wird, bis ſeine Wellen ruhig oder ſtürmiſch, aufgeregt oder glatt, uns nach der geheimnißvollen See führen, die der Menſch die Ewig⸗ keit nennt.
Unſer häusliches Leben war ſo ſtill und abgeſchloſſen, als mein Leben draußen. Als ſich Miß OReilly in


