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„Se itl Kate, die Mittel!“ bich „Seh' mir einer den Jungen, als ob ich kein Geld hätte!“ ang
„O Kate, Du haſt bereits mehr als genug für mich gethan,“ antwortete er erröthend,„mein Blut kocht, en ich bedenke, daß ich bald fünfundzwanzig Jahre alt bin.“
„Unſinn!“ unterbrach ſie ihn raſch;„willſt Du nach Rom gehen, die großen Meiſter ſtudiren, all' das Herr⸗ liche ſehen, was die Malerei geleiſtet, ſelbſt ein großer Maler werden— oder zu Hauſe bleiben und Dich müh⸗ ſam durchbringen?⸗
Die Veränderung, die in ſeinem Geſichte vorging, zeigte, wie groß die Verſuchung war; ſein Blick leuchtete, er erröthete und erblaßte, wie ein Mädchen.
„Ja oder nein?“ ſagte Kate in beſtimmtem Tone.
„Nun denn— ja,“ antwortete er endlich;„ich weiß es iſt nicht edel, aber ich kann nicht helfen; der Gedanke ließ mich ſeit Wochen nicht ſchlafen und verfolgt mich unaufhörlich.“
„Und Du ſagteſt mir nichts davon,“ unterbrach ihn ſeine Schweſter vorwurfsvoll,„und würdeſt vielleicht noch ſchweigen, wenn Midge es nicht verrathen!“
Er wich dem Vorwurf aus, indem er mich fragte, wie ich auf die Sache gekommen. Ich konnte ihn nicht befriedigen; es war mehr Inſtinct, was mich auf die Spur geführt; das Wort Rom, was er in einem tiefen Seufzer nannte; eine ungeduldige Aeußerung, daß hier Nichts zu machen ſei; ein längeres Verweilen bei alten Kupferſtichen, von welchen ſich die Originale in Italien befanden, waren die Zeichen, welche für die, die mit jeder Veränderung in ſeinem Geſichte innigſt vertraut war, das Geheimniß ſeines Herzens verrathen hatte.
„Du mußt ſogleich gehen,“ ſagte Kate entſchloſſen, „kannſt Du bis nächſte Woche die Vorbereitungen zur Reiſe treffen?“


