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„Unſinn!“ ſagte ſie und fuhr in ihrem Stuhle auf,„wer hat Dir das in den Kopf geſetzt? San er Dir das?“
„Nein, aber ich weiß es gewiß.“
Ich ſprach mit großer Zuverſicht; ſie that, als ob ſie daran zweifelte; aber am ſelben Tage kam die Wahr⸗ heit meiner Vermuthung an den Tag. Es lag nicht in der Natur von Miß OReilly, um die Sachen herumzu⸗ gehen und als wir alle Drei in der Kühle des Gartens umherwandelten, blieb ſie plötzlich vor ihrem Bruder ſtehen und ſagte etwas nuzarte
„Cornelius, iſt es wahr, daß Du nach Nom gehen willſt?“
Er erröthete, ſchien erſtaunt und antwortete nicht.
„So iſt es alſo wahr?“ rief ſie mit einem Seufzer.
2„Ja, Kate, das iſt es, aber woher weißt Du es 24
„Midge ſagte es mir.“.
„Daiſy!“ rief er und wandte ſich mit einem durchbohrenden Blick um.„Ich hatte ihr noch nie von etwas Derart auch nur eine Andeutung gegeben.“
„Nein., aber ſie hat es doch herausgefunden; und warum willſt Du nach Rom, Cornelius?“
„Um zu ſtudiren. Mein Geſichtskreis war zu be⸗ ſchränkt. Meine Anſchauung zu einfach. Deßhalb ſchätzt man mich gering, ich möchte tüchtig ſtudiren und mich in dem hiſtoriſchen Style verſuchen: aber wozu da⸗ von ſprechen?“
Er ſeufzte tief.
„Im hiſtoriſchen Style!“ rief Miß O'Reilly vor Freude leuchtend;„Cornelius, endlich haſt Du das Wahre getroffen; verlaß Dich darauf. Du warſt zu be⸗ ſcheiden! Liefre ihnen etwas Ruhm und Aufſehen MNachendes, dann wollen wir ſehen, was ſie ſagen.
Geh ach Rom, Cornelius, geh nach Rom!“


