Teil eines Werkes 
1.-6. Bdchen (1853)
Entstehung
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hängecomité meinte, ich glaube vielmehr, daß er damit auf einen unbeſtimmten Feind deuten wollte, an den ſich der gekränkte Ehrgeiz ſo krampfhaft anklammerte. Was er aber auch damit meinen mochte, Cornelius hielt Wort: er malte nun angeſtrengter, denn je; aber das Glück war undankbar. Zwei reizende ländliche Scenen, die er im folgenden Jahre einſandte, wurden zwar angenommen, trugen aber wenig oder nichts zu ſeinem Rufe bei.

Ein Kritiker ſagte, ſie ſeien wirklich ſehr hübſch gemalt; ein anderer rieth Mr. O'Reilly, nicht ſo un⸗ ſauber zu arbeiten; ein Dritter fand, daß der Geiger in einem der beiden Bilder ein ſtarkes Plagiat an Wilkies blindem Geiger wäre, was freilich künſtlich dadurch verdeckt ſei, daß nicht auf der Geige geſpielt werde, und natür⸗ lich keine der Perſonen der Muſik lauſche, was dem Luchsauge der Kritik jedoch nicht entgehe; ein Vierter er⸗ klärte, Mr. O'Reilly ſei ein vielverſprechender junger Künſtler, der in einem Dutzend Jahre einen reſpectablen Platz in der Kunſt einnehmen werde; und ein Fünfter einer von jenen käuflichen Characteren, die jeden Stand ſchänden ſchickte ſeine Karte und ſeine Bedin⸗ gungen. Kate wollte, ihr Bruder ſolle ihm eine beißende Antwort geben; er ſagte, es ſei nichts beißen⸗ der, als Schweigen; und zündete ſeine Cigarre an Mr. s erbaulichem Briefe an.

Er beklagt ſich nicht, ſagte Kate zu mir,aber ich ſehe in ſeinem Geſichte, daß er über etwas brütet.

Ich ſah das auch und nahm mir vor, herauszubrin⸗ gen, was es ſei. 1

Es dauerte einige Zeit, bis es mir gelang; aber es gelang mir und eines Tages, als Kate mit einem Seufzer ſagte:

Ich möchte wiſſen, was mit dem Jungen iſt? Sagte ich ruhig:

Cornelius wünſchte nach Rom zu gehen.