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Dreiundzwanzigſtes Kapitel.
Wirklich hatte Cornelius während der ganzen Zeit an ſeinen Bildern fortgearbeitet. Er beendete ſein ge⸗ ſtohlenes Kind, malte zwei andere kleinere und ein⸗ fachere Bilder und ſandte alle drei an die Academie ein.
„Ich begreife nicht, warum Du immer alle Bilder an die Academie ſendeſt,“ ſagte Kate,„ich hielte es für gut, wenn Du auch die anderen Ausſtellungen be⸗ ſchickteſt.“
Cornelius geſtand, daß die Bemerkung ihre Wichtig⸗ keit habe.
„Aber ſiehſt Du, Kate,“ fügte er hinzu,„ich kann nicht weniger thun; ſie benahmen ſich letztes Jahr bei der ſchwachen„glücklichen Zeit“ ſo nobel gegen mich: es war doch ein armſelig Ding und wie gut hingen ſie es auf— ſie hielten nicht viel auf das Bild, aber ſie ſa⸗ hen, daß es etwas für die Zukunft verſprach. Ja, ſie benahmen ſich ſehr nobel— ſo nobel, daß, wenn ich auch überzeugt bin, ſie werden die beiden kleinen Bil⸗ der zurückweiſen und nur das geſtohlene Kind neh⸗ men⸗ ich ihnen doch die Wahl zwiſchen den dreien laſſen will.“ 3
„Du biſt zu edel,“ ſeufzte Kate;„mit dieſen unei⸗ gennützigen Geſinnungen wirſt Du es nie zu etwas in der Welt bringen, nie, mein armer Bruder; und, möchte ich Dein Gerechtigkeitsgefühl fragen, heißt das gegen die andern Ausſtellungen richtig gehandelt?“
Cornelius ſagte, es ſei dies vielleicht allerdings nicht der Fall, fügte jedoch hinzu, er könne nicht weni⸗ ger thun und beharrte auf ſeiner erſten Abſicht. Ich er⸗


