Teil eines Werkes 
1.-6. Bdchen (1853)
Entstehung
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ihn zu kümmern. Er lächelte, aber nicht freundlich; er

machte eine Anſtrengung und ſagte dann: Sei ruhig, Daiſy, Du ſollſt glücklich werden, was es auch koſten möge; nur ſprich nicht mit Kate.

Was ſoll ich ihr nicht ſagen, Cornelius?

Laß gut ſein, aber ſage es ihr nicht.

Nun, Cornelius, ich muß es doch erſt wiſſen, um es ihr nicht zu ſagen?

Du biſt ſehr neugierig, lautete ſeine kurze Ant⸗ wort. Ich wußte nicht, was ich aus ihm machen ſollte. Er ſah ſo ſonderbar aus, als er ſprach und ich hatte nicht die leiſeſte Idee von dem edelmüthigen Opfer, zu welchem er ſich entſchloſſen, in einem Alter namentlich, in welchem die meiſten Männer für alles todt ſind, was nicht ihren heftigen Leidenſchaften fröhnt.

Seit jenem Augenblick begriff ich, was Cornelius befürchtete, und was er zu thun beabſichtigte. Ich be⸗ wunderte ſeinen Edelmuth und ſtaunte über den Leicht⸗ ſinn, mit dem er vergaß, was nicht nur eintreten konnte, ſondern was auch wirklich eintrat; nämlich daß er wie⸗ der liebte.

Dieſer unglückliche Entſchluß hatte jedoch das Reſul⸗ tat, ihm ſeinen augenblicklichen Frieden wieder zu ge⸗ eben und vielleicht, weil die Verwirklichung ſeines Ent⸗ ſchluſſes ſo ferne ſtand, alle Gedanken an die Zukunft in ihm zu verbannen.