Teil eines Werkes 
1.-6. Bdchen (1853)
Entstehung
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Gedanken hätte, eine alte Jungfer zu bleiben. Er appel⸗ lirte an mein kindliches Pflichtgefühl; ich opferte mich edel auf, aber nicht ohne einige Bedingungen zu ſtellen.

Er muß ein Irländer ſein, ſagte ich. 3

Ah! rief Cornelius, ſich das Kinn ſtreichend, er muß ein Irländer ſein.

Ja, und ein Künſtler.

Cornelius ſchien unbehaglich zu Muthe zu werden, er wiederholte nur:

Ein Künſtler!

Ja, und ſein Name muß Cornelius ſein.

Cornelius ſah verlegen aus.

Unſinn! ſagte Kate ſtreng,wovon ſchwatzt Ihr da? ein Irländer ein Künſtler ſeine Name Cor⸗ nelius? Unſinn!

Sonſt will ich keinen, antwortete ich etwas ge⸗ reizt.Ich brauche ihn nicht, Kate, das weißt Du wohl. Ich will bei Cornelius bleiben.

Mrs. O Reilly wird ein oder zwei Worte dabei zu ſprechen haben, ſagte Kate ſehr ruhig.

Ich ſah Cornelius zuſammenzucken, als ob er einen plötzlichen Stich empfände, aber er widerſprach ſeiner Schweſter nicht. Mrs. O'Reilly! Der Name ſchon war mir zuwider. Ich antwortete nicht: Kate fuhr fort:

Du ſcheinſt ſehr erfreut über den Gedanken, daß Dein Papa heirathet.

Kein Kind hat je eine Stiefmutter geliebt, ant⸗ wortete ich erröthend.

Dann wirſt Du eine Ausnahme ſein, das weiß ich gewiß, ſagte Cornelius ſehr ernſt.

Ich war davon durchaus nicht überzeugt; aber ich wagte es nicht auszuſprechen. Er ſah wohl, daß ich von meiner alten Eiferſucht durchaus nicht kurirt war; und obwohl ich glaube, daß ihm zu jener Zeit nichts frem⸗ der war, als eine Heirath, ſo verweilte er noch länger bei

Daiſy Burns. I. 24