Teil eines Werkes 
1.-6. Bdchen (1853)
Entstehung
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ärgerte mich über ſie, daß ſie ſo nervös iſt und ich mache es ſelbſt nicht beſſer.

Sie ſchloß die Thüre, während ſie ſprach. Ich war unbemerkt hineingeſchlüpft und wäre vielleicht glücklich der Entdeckung entgangen, denn Cornelius ſchien keine Luſt zu haben, mich zu verrathen; als wir aber die Treppe hinaufgingen, erſchien Deborah plötzlich und brachte Licht; ſie ſah mich verdutzt an, da ich hinter Cornelius mich verſteckte; Kate wandte ſich um, ſah mich und brach in ein lautes Erſtaunen aus.

Es iſt ſehr unrecht von ihr, ſagte Cornelius raſch,

aber Du mußt ihr verzeihen, Kate. Ich fand ſie drau⸗

ßen auf mich wartend. Vermuthlich hatte ſie ſich in den ſchrecklichen Gedanken hineingearbeitet, ich ſei überfallen nn ermordetund wußte deßhalb nicht, was ſie thun ollte.

Ah! verſetzte Kate, ſagte jedoch nichts weiter.

Wir traten in das Zimmer.

Cornelius ſetzte ſich, ließ mich neben ſich Platz nehmen und wärmte meine kalten Hände in den ſeinen. Er ſchalt mich ziemlich ſtreng aus, verbot mir, je wie⸗ der etwas Derart zu thun, ſagte, er ſei ſehr ungehalten und ſchloß damit, daß er mich in ſeine Arme nahm und küßte. Kate hatte kein Wort geſagt, ſah jedoch unge⸗ wöhnlich ſtreng aus. Als ich bei ihrem Bruder ſaß, der mich trotz meines thörichten Ungehorſams liebkoste⸗ hatte ich das unheimliche Bewußtſein, daß ihr Blick auf mich geheftet war und vermied ihn dadurch, daß ich den mei⸗ nen hartnäckig auf das freundliche Geſicht richtete, das, um alle Erinnerung an das Vergangene zu verwiſchen, unfähig ſchien, mich mit Aerger und Mißvergnügen an⸗ zuſehen.

Cornelius? ſagte Kate endlich.

Nun? verſetzte er und ſah ſie an.

Erinnerſt Du Dich der Geſchichte von Goethe's Mignon?