Teil eines Werkes 
1.-6. Bdchen (1853)
Entstehung
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kam und ich ſah, daß es ein Fremder war, der mich nicht bemerkte und ſorglos pfeifend an mir vorüberkam.

Unheimliche Viſionen, in welchen ich Cornelius blu⸗ tend und leblos an einem ſchauerlichen Orte liegen ſah, gaukelten vor meinem Auge, bis ich vor Schmerz und Angſt faſt den Verſtand verlor; aber plötzlich durchflog mich eine helle Freude; ich hörte ſeinen raſchen, leichten Schritt die Allee heraufkommen ich wußte gewiß, daß er es war; er war unverletzt die dunkle Viſion ver⸗ ſchwand, wie ein böſer Geiſt, vertrieben von einem gu⸗ ten Engel. Ich hätte vor Freuden lachen können, ich war ſo glücklich. Die Freude ließ mich jedoch nicht ver⸗ geſſen, daß ich ungehorſam geweſen und welche Folgen dies haben könnte; ich wollte mich unbemerkt hinein und auf mein Zimmer ſchleichen, aber zu meinem Schrecken fand ich, daß die Thüre hinter mir in's Schloß gefallen und ich hinausgeſperrt war. Es blieb kein Ausweg; ich wartete, bis Cornelius kam und läutete, dann machte ich ein leiſes Geräuſch in der Hecke.

Was iſt das? fragte er ſcharf.

Sei unbeſorgt, Cornelius, antwortete ich leiſe, ich bin's. 8

9Daiſy? Wie kommſt Du hierher, Kind?

Ich war ſo unglücklich, weil Du nicht nach Hauſe kamſt, daß ich hier außen auf Dich wartete. Die Thüre iſt geſchloſſen, ich konnte daher nicht hinein, als ich Dich hörte, laß Kate mich nicht ausſchelten, Cornelius.

Ehe er antworten konnte, wurde die Thüre von Kate ſelbſt geöffnet, ein Beweis, daß ſie nicht ohne

beimliche Unruhe war. In der Eile hatte ſie nicht mal Licht gebracht.

Biſt Du es? ſagte ſie raſch.

Natürlich, Kate.

Gott ſei Dank! Ich war ſehr in Sorgen; und die thörichte Midge, die ich vor einer Stunde ſchon zu Bette ſchickte, iſt gewiß noch wach, das arme Kind. Ich