Teil eines Werkes 
1.-6. Bdchen (1853)
Entstehung
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Es ſind nicht alle Kinder ſo gefräßig, als Du, William, ſagte Miß Murray.

Haſt Du auch eine Tante, fragte er, ohne auf ihre Bemerkung zu achten.

Nein! antwortete ich lakoniſch, denn ſeine Fra⸗ gen ermüdeten mich.

Glückliche! antwortete er mit einem neidiſchen Blick und Seufzer.

Schrecklich! murmelte Miß Murray, und ſetzte ihre Taſſe nieder;noch nicht zwölf, ſchrecklich!

Wer wird für Dich ſorgen! fuhr William fort.

Miß Murray war eine von jenen gutherzigen Per⸗ ſönlichkeiten, die weder durch Wort, noch durch That Jemanden einen unangenehmen Augenblick bereiten mö⸗ gen. Sie rief deßhalb in gereiztem Tone:Höre nicht auf ihn, meine Liebe!

Liebſt Du ſie nicht? fuhr William fort.

Ich gab ihm keine Antwort.

Das iſt ganz Recht, bemerkte Miß Murray bil⸗ bligend,nimm ein Exempel an dem Kinde, William.

Sie iſt ein kleiner Trotzkopf! rief er entrüſtet, und ſprach bis zu ſeiner Abreiſe, die im Verlaufe des Tages ſtattfand, kein Wort mehr mit mir.

Eine Woche verfloß: das einzige Ereigniß dieſer Tage war, daß man mich von Kopf bis zu Fuß in Trauer kleidete. Ich gewann mir die Zuneigung Miß Murrays durch eine gefühlloſe Apathie, die mit jedem Tage zunahm. Ich ſaß entweder im Wohnzimmer und ſah ihr beim Nähen zu oder in einem kleinen Garten hinter dem Hauſe auf einer niederen Bank an der Thüre. War ich mal dort, ſo ging ich nicht von der Stelle, bis mich Abby ins Haus rief. So fanden mich dieſe und Sarah eines Nachmittags. Ich kümmerte mich nicht um ihr Kommen. Sie ſahen mich eine Zeit lang an und winkten ſich dann zu. Ein geheimnißvolles Ge⸗ ſpräch folgte.