Teil eines Werkes 
1.-6. Bdchen (1853)
Entstehung
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da weigerte ich mich keinen Augenblick. Ich fragte nicht mal, warum und wohin ich gehen ſollte. Ich war ein ſtolzes und ſtarrköpfiges Kind geweſen, nun war ich demüthig und nachgebend. Ich fühlte in einer Weiſe, die ich nicht beſchreiben kann, meine Macht war dahin. Er, der meinen Bitten und Thränen nicht hatte wider⸗ ſtehen können, lag im nächſten Zimmer kalt und leblos; weder die Stimme, noch die Urmarmung ſeines Kindes würden ihn jetzt bewegen.

Sarah brachte mich zu der vermeintlichen Stief⸗ mutter, mit der ſie mir einſt gedroht hatte. Miß Murray war eine blaſſe, blonde, etwas ſchwächliche Dame von dreißig Jahren, welche an einem hübſchen, wie ein Bienenkorb ausſehende Orte wohnte, der den Namen Honeyſuckle Cottage trug; dort lebte ſie wie eine ein⸗ ſame Biene, in ihrem Stuhle ſitzend und den ganzen Tag mit langſamer Geſchäftigkeit arbeitend oder mit leiſer murmelnder Stimme, die an das Geſumme eines entfern⸗ ten Bienenkorbes erinnerte, über ihr Leiden klagend. Sie haßte Geräuſch, Licht, Bewegung: ihre Böden waren deßhalb mit Teppichen bedeckt, ihre Fenſter verſchloſſen und verhängt. Thiere waren ihr unangenehm, ſie machten Geräuſch und trieben ſich umher; Blumen dul⸗ dete ſie, ſie waren ruhig und ſtill. Sie ging nie aus und empfing nie Beſuche, ſondern lebte ein träumeriſches Stillleben in ihrem Zwielichte, das für ihre Geſundheit, Stimmung und ihr Temperament am zuträglichſten war. Wir fanden Miß Murray bereits von dem Tode meines Vaters unterrichtet. Sie ſaß in ihrem Wohnzimmer mit einem Battiſttuche vor den Augen; neben ihr ſtand ihre Dienerin Abby, welche ihr Troſt einſprach. Eine Lampe ithenn dunkelgrünen Schirm brannte düſter auf dem Tiſche. Ich kann es nicht überleben, Abby, ſeufzte Miß Murray mit ſchwacher Stimme;ein Freund 3 Die beſten Freunde müſſen ſterben, Madame.