eine Viſion würde ich es wohl auch gehalten haben, wenn nicht ein leiſes Geſpräch an mein Ohr gedrungen wäre. Sarah ſchluchzte in dem dunkeln Gang.
„Nun, Mädchen, laß das,“ ſagte eine männliche Stimme, welche ſo leiſe als möglich ſprach,„wozu ſoll es nützen? Jedermann kann ſehen, daß es mit dem ⸗ armen Doktor vorbei iſt.“
„Ach! ſagt das nicht,“ rief Sarah unzuſammen⸗
hängend,„nein, nein!“ —„ Er hat das ſelbſt geſagt, und er muß es wiſſen. „Es iſt vorbei mit mir, Dick,“ ſagte er, als wir ihn aus der Tiefe heraufholten, wohin ihn das verwünſchte Pferd geworfen;„tragt mich nach Hauſe,“ ſagte er, „daß ich dort ſterbe.““
Sarah jammerte; die beiden andern Männer ſag⸗ ten nichts; hätten ſie nur ein Wort geſprochen, ich würde 4 mich's erinnern, denn ich höre noch immer ganz deutlich, als wäre es dieſen Augenblick erſt geſchehen, nicht nur was, ſondern auch wie jene Stimme die Trauerworte ſprach, denen ich auf der Treppe ſtehend mit tiefem
„Schmerze lauſchte. Kaum hatte er geendigt, als die Thüre des Wohnzimmers ſich bffnete: Cornelius erſchien blaß und voll Schmerz auf der Schwelle und rief mit lauter Stimme:„Margaret.“
Ich ſprang hinunter: in einem zweiten Augenblicke war ich bei meinem Vater, hatte meine Arme um ihn geſchlungen und hing Wange an Wange an ihm. Er trug kein Zeichen äußerlicher Verletzung; aber ſeine Stirne war aſchfahl; ſein Blick war matt; ſeine Lippen waren weiß. Er erkannte mich, denn er blickte von mir nach Cornelius mit einem Ausdruck, der augenblicklich 1 zündete. Der junge Mann legte ſeine Hand auf meine Schulter; Thränen rollten über ſeine Wangen und ſeine Lippen zitterten, als er ſagte:„Möge Gott mich ver⸗ laſſen, wenn ich Ihr Kind verlaſſe.“. 3


