Teil eines Werkes 
1.-6. Bdchen (1853)
Entstehung
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noch Alleinſein; auch war der Mond bereits aufgegangen, und ſein blaſſes mildes Licht fiel durch die Fenſter. Ich ſetzte mich neben meinem Bette nieder, legte meinen Kopf auf das Kiſſen, und ſah durch das Fenſter nach dem klaren Himmel, an dem eine ganze Herde weißer Wolken langſam nach Weſten zog. Ich wollte ſo bleiben, bis ich den wohlbekannten Hufſchlag von meines Vaters Pferd auf dem gepflaſterten Wege hörte, aber unwillkürlich ſchloßen ſich meine Augen und ich verſank in tiefen Schlaf.

Wie lange ich ſchlief, kann ich nicht ſagen. Ich weiß, daß ich einen furchtbaren Traum hatte, auf den ich mich aber nie klar beſinnen konnte, und daß ich mit dem kalten Schweiß auf meiner Stirne und einer ſchreck⸗ lichen Angſt im Herzen erwachte. Ich ſah zitternd vor Bangigkeit auf; eine große dunkle Wolke zog über den Mond hin; in meinem Zimmer war es ſo dunkel wie um Mitternacht, aber nicht ſo ſtill. Ein ungewöhnlicher Lärm erfüllte unſere ſonſt ſo ruhige Wohnung; ich lauſchte und hörte die Stimme fremder Männer, und ſie über⸗ tönend die Stimme Sarahs, welche laut jammerte und O mein armer Herr! rief.

Meine nächſte Erinnerung iſt, daß ich auf den obern Stufen der Treppe auf das, was unten vorging, hinab⸗ ſah; daß ein ſcharfer Luftzug von der geöffneten Haus⸗ thüre heraufdrang, die den Blick auf einen ſternglänzen⸗ den Himmel bot; daß auf der Schwelle des Wohnzimmers drei Männer mit groben Kitteln ſtanden und mir den Rücken zukehrten; und daß ich neben ihnen im Zimmer Sarah ſtehen ſah, welche bitterlich weinte und ein flackern⸗ des Licht in der Hand hielt, während Cornelius OReilly ſich über meinen Vater herabbeugte, der bewegungslos und todtenblaß in ſeinem Stuhle ſaß. Er ſagte etwas, Cornelius ſah Sarah an; ſie ſtellte ihr Licht nieder, kam heraus, ſchloß die Thüre und alles verſchwand wie eine dunkle Viſion in plötzlicher Dunkelheit. Und für