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Gemüth, das für jeden Eindruck empfänglich, aber von keinem beherrſcht wurde.
Das war Cornelius O'Reilly, er erſchien mir nicht blos ſo; der Blick des Kindes iſt ebenſo ſcharf, als frei von allen Hintergedanken, und ich beobachtete unbewußt Zeichen, deren Deutung ich nicht verſtand.
„Nun, Margaret, wie geht es Dir?“ fragte Corne⸗ lius nach ziemlich langem Schweigen.
„Gut, ich danke,“ antwortete ich in leiſem Tone, indem ich einen vergeblichen Verſuch machte, meine Hände aus den ſeinigen loszulöſen. Er ſchien nicht darauf⸗ zu achten, deutete auf ein Stück Löſchpapier, das auf dem Tiſche lag und fuhr fort:
„Da iſt ein Kuchen, den Dir meine Schweſter Kate mit ihren freundlichſten Grüßen ſendet.“
Ich ſah Sarah voll Bewunderung aufblicken; das reizte mich zu einer Antwort, die ſo unfrenndlich war, daß ich ſie ungerne wiederhole:
„Ich eſſe nie Kuchen,“ ſagte ich.
„Miß!“ mahnte Sarah.
„Und ich habe Dir dies gebracht,“ fuhr der junge Mann fort, indem er ein Buch aus ſeiner Taſche zog. Er hielt es mir vor die Augen, es hatte einen glänzen⸗ den Einband mit vergoldetem Titel; die Verſuchung war groß, aber nicht größer, als mein unbeugſamer Stolz.
„Papa gibt mir Bücher,“ antwortete ich.
„Nun gut!“ antwortete Cornelins lächelnd,„ſo werde ich es ihm geben, daß er Dir's gibt.“
Sein liebevolles Benehmen war nahe daran, mich Reue fühlen zu laſſen, als Sarah mit einem unglücklichen „Schämen Sie ſich, Miß!“ dazwiſchen kam.
„Sie iſt nur verlegen,“ ſagte Cornelius freundlich.
„O wir ſind ſchlau, Sir,“ antwortete Sarah mit einem erzwungenen Lächeln;„wenn wir dürften, würden wir durch die offene Thüre davonlaufen!“ fügte ſie mit


