Teil eines Werkes 
1.-6. Bdchen (1853)
Entstehung
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Er lächelte, küßte mich auf die Stirne, erhob ſich, um zu gehen, machte einige Schritte, kam zurück, drückte, ſich über mich herabbeugend, mit heißer Zärt⸗ lichkeit ſeine Lippen auf die meinen und verließ mich. Ich ſah ihn in das Haus treten, ich hörte ihn gehen und erhaſchte noch einen flüchtigen Blick, als er auf ſeiner grauen Stute den ſteilen Weg nach Ryde hinan⸗ ritt. Ich ſah und lauſchte noch lange nach dem Orte hin, wo er verſchwunden war. Dann wandte ich den Blick wieder nach der See, auf der ein Fiſcherboot am Ende des Horizontes verſchwand, und dachte lange da⸗ rüber nach, was für ein großer Mann mein Vater ge⸗ worden, wenn William Harvey nicht vor zwei hundert Jahren unglücklicherweiſe die Circulation des Blutes ent⸗ deckt. Ich lag den ganzen Mittag in Träumen verſunken da, bis Sarah den Gartenpfad herabkam, um mich zu ſuchen, und in ihrem finſtern Tone ſagte;.

Miß Margaret, wollen Sie zum Thee kom⸗ men?

Nein, ſagte ich,noch nicht.

Sarah ſah mich verwundert an. Ich war ein ver⸗ wöhntes Kind und nicht übermäßig höflich; aber ich quälte ſie doch auch nicht, wie ſie ſich wohl einbildete, und gar häufig behauptete.

Gott vergebe Ihnen und beſſere Ihr Herz! ſagte ſie liebevoll.

Ich antwortete nicht. Die meiſten Kinder ſind ari⸗ ſtokratiſch und ich beſaß eine gewiſſe Geringſchätzung der Dienſtboten; überdies war Sarah erſt ſeit einigen Ta⸗ gen bei uns.

Wollen Sie nicht zum Thee hereinkommen, fragte ſie wieder. Ich nahm mein Buch, als wenn ſie gar nichts geſagt.Miß, ſagte ſie feierlich,es wird ein Tag kommen, an dem Sie Ihr Benehmen bereuen.

Mit dieſer Warnung verließ ſie mich.Ich ging erſt, als es mir gefiel, in das Haus. Als ich in das