Teil eines Werkes 
1.-6. Bdchen (1853)
Entstehung
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Frucht, konnte ich ganze Tage dort zubringen und

vergeſſen, daß nur dieſe Scheidewand mich von der Freibeit trennte. Da mein Vater ſah, wie ſehr ich die⸗ ſen Ort liebte, ließ er eine niedere hölzerne Bank unter den Pinien für mich errichten. Bei ſchönem Wetter war es mein Vergnügen, hier zu liegen und ganze Stunden zu leſen und zu träumen, oder meine Blicke über die reizende Küſte, die weite See und den endloſen Himmel ſchweifen zu laſſen, deren Erhabenheit die Erde ſo weit an Schönheit übertrifft.

Ich erinnere mich, daß ich an einem milden und neblichen Herbſtnachmittag an meinem Lieblingsorte

ſaß, zum zwanzigſten Male die rührende Geſchichte der

Prarovia Lupulow nicht die Eliſabeth von Madame Cottin, ſondern die wirkliche und weit größere Heldin las, und zum zwanzigſten Male mit einem gewiſſen eiferſüchtigen Gefühle dachte, ich würde ſicher ebenſo⸗ viel für meinen Vater thun, wenn er ein Verbannter wäre, als er ſelbſt kam und ſich zu mir ſetzte. Er war im Begriffe auszugehen, und wollte wie gewöhnlich das Haus nicht verlaſſen, ohne mir einen Kuß zu geben. Als er mich auf die Kniee nahm, ſah er das Buch of⸗ fen auf der Bank liegen; er blickte mich ernſt an und ſagte mit einem Seufzer:

Ich wünſchte, Du würdeſt nicht ſo viel leſen, mein Liebling. Du biſt immer an den Büchern. Ich fand ſoeben meine Geſchichte der Medizin offen. Was woll⸗ teſt Du damit?

Ich las über die Circulation des Blutes.

Nun, wer entdeckte ſie?

William Harvey. Ich wünſchte, er hätte es nicht gethan.

Weßhalb? fragte mein Vater erſtauntt.

Weil Du es dann hätteſt thun können, antwor⸗ tete ich, meine Arme um ſeinen Hals ſchlingend, und meine Wange an die ſeine lehnend.