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gehegten Plan, mich in eine der erſten Schulen zu ſchicken. Ich glaube, daß es ihm zu ſchwer wurde, ſich von mir zu trennen, und daß er im Stillen froh war, eine Entſchuldigung zu finden, die mich bei ihm zu bleiben zwang. Er verließ mich nie Morgens ohne eine Liebkoſung und oft, wenn er ſpät von einem Beſuche bei einem ſeiner Patienten zurück kam, war das Erſte, woran er dachte und was er that, daß er in mein Zimmer ſchlich und mich ſanft im Schlafe küßte. Ich liebte ihn leidenſchaftlich und ausſchließlich, und die Jahre haben weder die Er⸗ innerung an ihn, noch ſein Bild aus meinem Gedächtniſſe verwiſcht. Ich ſehe ihn noch; es war ein Mann von ungefähr fünfunddreißig Jahren, ſchlank, blaß und fein, mit wallendem Haar von tief goldenem Braun und dun⸗ kelgrauen Augen von eigenthümlichem Glanz und Feuer. Wie ihn Andere fanden, weiß ich nicht; für mich war es alles, was groß und edel.
Ich fühlte mich glücklich, ſo allein mit ihm leben zu dürfen: ich ſehnte mich nie nach der Geſellſchaft anderer Kinder; meine Wünſche beſchränkten ſich auf die Gren⸗ zen meiner lieben Heimath. Stille, Ruhe und Einſam⸗ keit, ſonſt ſo ganz widerſtrebend gegen die kindliche Na⸗ tur, waren meine Hauptvergnügungen, theils wegen meiner ſchwachen Geſundheit, theils auch, weil ich von meinem Vater ein eigenthümlich zurückhaltendes Weſen geerbt, das keineswegs als eine charakteriſtiſche Eigen⸗ ſchaft meiner Landsleute gelten kann.
Meine glücklichſten Augenblicke waren die, welche ich in dem mit Gras bewachſenen Winkel am Ende un⸗ ſeres Gartens zubrachte, deſſen ich bereits gedachte. Eine Grnppe dunkler Pinien, die auf dem äußerſten
Nande des Felſens ſtanden, ſchützten vor der ſcharfen
See⸗Luft; in der Nähe wand ſich ein ſteiler Pfad zum Uſer hinab; ein hölzernes, niemals geſchloſſenes Thor führte auf den Weg; aber glücklicher, als Eva je in Edens
Garten,— denn in dem meinen wuchs keine verbotene


