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Verflossene Stunden : Novelle / S. Junghans
Entstehung
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205 innerlich erwärmenden Freude nicht verlaſſen.Ichwerde doch einen ganzen Tag mit ihm zuſammen ſein dürfen, dachte ich;er wird neben mir ſitzen und zu mir ſprechen; bin ich doch ſeiner Sorge für dieſen Tag anvertraut, bin für dieſen einen Tag noch ein Etwas in ſeinen Gedan⸗ ken. Nachher komme, was da will; und müßte ich ihn mit meinem Leben erkaufen, ich gäbe den morgenden Tag nicht hin. Ja, könnte ich nur den nächſten Morgen ſterben, das würde bei weitem das Beſte ſein. Unter ſolchen Gedanken wagte ich doch nur dann und wann nach dem Freiherrn hinüberzublicken und dann fand ich mehrmals ſeine Augen auf mir ruhen und freundlich aufleuchten, ſobald ſie den meinen begegneten. Er war glücklich, wie gut ihm das ſtand; gleichviel⸗ weshalb er es war, und wenn auch nicht um meinet⸗ willen, und was konnte er, was konnte ich dazu, daß ich ihn gar, gar ſo lieb hatte! Ich fühlte in manchen Augenblicken an jenem Abend den Muth, es ihm zu ſagen; ob mir derſelbe Stich gehalten hätte, wenn mir eine Gelegenheit des Alleinſeins mit Herrn Bar⸗ dolph geworden wäre, weiß ich nicht. Aber eine ſolche fand ſich nicht; man ſaß bis ſpät zuſammen, denn Wirthe und Gaſt hatten ſich ſchnell in einander gefun⸗ den und die Unterhaltung war lebhaft und beſonders heiter. Ich lachte mit über die Scherze des alten