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ſie war todtenbleich geworden und ſtarrte mit einer
Art Entſetzen auf das Geſicht des Fremden hin. „Mutter“, ſagte ich endlich, indem ich näher trat und meine Hand leiſe auf ihren Arm legte,„Mutter, der Herr wünſcht Dich zu ſprechen.“—„Ja, mein Kind?“ erwiderte die Mutter fragend und zerſtreut, dann aber, ſich ermannend, ſtand ſie auf, und mit der ihr eigenen ſtattlichen Höflichkeit nöthigte ſie den Gaſt, auf dem Sopha Platz zu nehmen, auf dem kleinen, ärmlichen
braunen Sopha— es war mit Heu geſtopft, und mir
ſtieg immer thörichterweiſe das Blut ins Geſicht, wenn ſich unter einem Niederſitzenden das verrätheriſche
Kniſtern der zuſammengedrückten Halme hören ließ. Die
Mutter aber lud zum Sitzen darauf mit derſelben un⸗ nachahmlichen Handbewegung ein, mit der ſie ehemals die Höchſten des Landes auf ſeidene Canſeuſen einge⸗ laden hatte.
Der Fremde hatte noch nichts geſprochen, aber in leinem Weſen nicht etwa Befangenheit oder gar Ver⸗ ſegenheit, ſondern die überlegene Ruhe eines weltge⸗ wohnten Mannes und dazu ein gewiſſes freundliches Sichgehenlaſſen gezeigt, welches ihn als einen Grand⸗ ſeigneur erſcheinen ließ.
„Sie kennen mich nicht, Frau von Günthers⸗ hofen“, ſagte er endlich lächelnd,„und das wundert mich
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