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nicht; es iſt ſehr lange her, daß wir uns nicht geſehen haben.“
Er ſchwieg wieder und ſchien zu erwarten, daß die Mutter etwas ſagen würde. Auf deren Zügen aber malte ſich jetzt von neuem das ängſtlich For⸗ ſchende von vorhin, ſie ahnte offenbar, wen ſie vor ſich habe.
„Ich bin Bardolph von Günthershofen“, ſagte er endlich— die Mutter bewegte ſich auf ihrem Sitze— „und komme nach langer Abweſenheit von Deutſchland, um unter meinen Verwandten auch Sie zu begrüßen. Ich fühle, verehrteſte Frau, daß der Schritt, welchen ich wage, der Bitte um Entſchuldigung bedarf; viel⸗ leicht werden Sie mir verzeihen, daß ich Sie mit meiner Gegenwart beläſtige, wenn Sie gehört haben werden, was mich zu Ihnen trieb. Es war der Wunſch, hier auszuſprechen, daß ich jetzt, als Mann, mich von dem Vorgehen meiner Familie während meiner Knabenzeit in Betreff jenes beklagenswerthen Proceſſes losſage, daß ich Ihnen, als einzige Sühne, die zur Zeit in meiner Macht ſteht, meine Mißbilligung einer Hand⸗ lungsweiſe ausdrücke, welche vom Standpunkte des Rechts vielleicht nicht anzutaſten iſt, ſich aber ſchwerlich von dem der Humanität aus vertheidigen läßt.“
Die Mutter, welche bisher mit unbewegter Miene


