Zweites Kapitel.
Nach einigem Hin⸗ und Herſchreiben und auf eine warme Empfehlung unſeres Pfarrherrn hin hatte ſich Mrs. Gray dahin entſchieden, mir das Amt einer Erzieherin ihrer Kinder anzuvertrauen. Meine nicht ſehr umfangreiche Garderobe war gepackt und ich hatte mich entſchloſſen, nun Abſchied zu nehmen von den wenigen Familien, mit welchen wir verkehrten. Dazu hatte ich
mir den letzten Tag auserſehen, an deſſen Nachmittag
ich abreiſen ſollte. Bis dahin hatte ich mich ſelten und auf Augenblicke nur von meiner Mutter getrennt, von
unbeſchreiblicher Traurigkeit erfüllt bei dem Gedanken, 1
ſie bald verlaſſen zu müſſen. Auch ihr gehaltenes und
ernſtes Weſen war zu rührender Zärtlichkeit gegen mich
erwarmt. Am Abend vor dem letzten Tage rief ſie


