mich, die ich nur wenige Schritte von ihr entfernt die Blumen beſorgte.
„Margarethe“, ſagte ſie,„ehe Du mich verläßt, will ich Dir einige Aufſchlüſſe über unſere Familienver⸗ hältniſſe geben, welche Dir, als einem erwachſenen Mäd⸗ chen, zu wiſſen gebührt.“
Mein Herz klopfte; auf ähnliche Worte meiner Mut⸗ ter hatte ich ſchon lange gewartet. Ich zog einen nie⸗ drigen Schemel neben ſie; ſie ſaß in ihrem Lehnſtuhl, aufrecht, die noch immer ſchönen, ſchlanken Hände über⸗ einandergelegt, und ſchaute gerade vor ſich hin.
„Du wirſt Dich Deines Vaters kaum erinnern“, begann ſie nach einer Weile,„ach, und ich habe Dir wenig von ihm erzählt. Es reut mich jetzt; ſein edles Bild hätte in Dir belebt werden ſollen, er wäre mit Dir gegangen ins Leben als eine Stütze, ein ſteter Hort, in allen Zweifeln hätteſt du Dich an ihn wenden können, er würde Dich immer das Gute, das einzig Rechte haben wählen laſſen. So iſt er mit mir gegan⸗ gen, im Geiſte, dieſe ſiebzehn Jahre; täglich hat er mir gerathen, aber ich behielt dieſen troſtreichen Verkehr für mich wie ein Heiligthum, von dem man kaum reden mag, aus Furcht, es zu entweihen.“
Hier ſchwieg die Mutter wieder einige Minuten lang und fuhr dann in verändertem Tone fort:„Der


