Teil eines Werkes 
2. Bd. (1853)
Entstehung
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weiter, ohne auf ihn zu achten, als er plötzlich des Mädchens Arm faßte, matt aufſtand und mich gerade anblickte. Ein ſeltſames Gefühl des Erkennens be⸗ mächtigte ſich augenblicklich meiner, und ich wendete mich raſch zum Hauſe, Zweifel in meinem Geiſte, aber Gewißheit in meinem Herzen ein Kontraſt, der häufiger iſt, als man denkt. Als ich näher kam, verſchwand der Zweifel. Es war Pater Bonneville, aber als bei mir der Zweifel verſchwand, ſchien derſelbe bei ihm zuzunehmen, denn, obgleich er ſehr krank geweſen, hatte ich mich doc mehr verändert, als er⸗ Etwas in meinem Gang und meiner Figur war ihm aufgefallen, aber als er einen kräftigen jungen Mann, anſtatt des ſchmächtigen Jünglings erblickte, der in Zürich von ihm getrennt worden, konnte er kaum glauben, daß ich es ſei, und er war erſt völlig überzeugt, als meine Hand die ſeine faßte. Nie ſah ich den armen Mann ſo ſehr aufge⸗

regt bei allen den vielen Seenen, die wir zuſammen er⸗

lebt hatten. Seine gewohnte ruhige Milde verließ ihn gänzlich und einige Augenblicke weinte er mit Gefüh⸗ len, die nicht durchaus traurig waren. Ich ſetzte mich zu ihm nieder, während das kleine Mädchen ins Haus lief, um dem Wirth, ihrem Vater, zu ſagen, daß der franzöſiſche Herr einen Freund gefunden habe, und während ihrer Abweſenheit erzählte er mir, daß er ſeit den letzten Wochen faſt gänzlich von dem Mitleid der