Teil eines Werkes 
2. Bd. (1853)
Entstehung
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ſondern nur, um mich den Blicken der Reiſegefährten zu entziehen, denn es waren in dem Augenblick Ge⸗ fühle in meinem Herzen, die ich den Angen Anderer nicht ausſetzen wollte. Ich war indeſſen ermüdet und erſchöpft, denn ich hatte während der letzten drei Tage ſehr wenig geſchlafen, und nachdem ich etwa eine Stunde in der traurigen Stille einer engen, übelriechenden Ka⸗ jüte dagelegen, verſank ich in den tiefſten Schlummer, deſſen ich mich je erinnere. Ich hörte Nichts und wußte von Nichts, und als ich erwachte, blickte der

helle Tag durch ein rundes Fenſter von ſtarkem Glaſe

in der Seite der Kajüte gleich einem Auge auf mich herein, und ich hörte ein ſeltſames Rauſchen dicht ne⸗ ben meinem Kopfe, welches mir die erſte Andeutung gab, daß zwiſchen mir und der weiten tiefen Sec Nichts weiter als jene ſchwache Planke ſei. Ein Ne⸗ ger in weißer Jacke und mit aufgeſchlagenen Aermeln, ſo daß man die großen Knochen und Sehnen ſeiner ſchwarzen Arme ſah, deckte einen Tiſch in der Mitte der Kajüte wie zur Mahlzeit, und indem ich meinen Kopf herausſtreckte, fragte ich ihn, wo wir wären. Er grinſte mich mit ſeinen weißen Zähnen an und ſagte:

Kann's nicht ſagen, Maſſa. Kein Poſthaus auf mitten See. Werden froh ſein am Mittageſſen, da Sie nicht Frühſtück gehabt. Kommen jetzt zum Eſſen und halten die Krankheit nieder. Hi, hi, hi!