nungen zu treffen. Sie wurde aber auf den folgenden Abend beſtimmt, und als Louiſe an ihrem Hochzeits⸗ tage erwachte, ſchickte ſie das Mädchen, um mir zu ſagen, daß ſienſich viel beſſer fühle.
Sie wußte, welches Glück mir dieſe Nachricht verurſachen werde, und ich war bald an ihrer Seite, um ſie ut eigenen Augen beſtätigt zu ſehen.
Sie befand ſich beſſer. Sie ſah beſſer aus. Sie hatte wohl geruht und war im Stande, eine Stunde früher aufzuſtehen, als ſonſt. Die täuſchende Lügnerin Hoffnung flüſterte uns Beiden, glaube ich, falſche Verheißungen in die Ohren, und während jenes Nach⸗
mittages vergingen die Stunden heiterer, als ſeit man⸗ chen Tagen.
Um acht Uhr kam der proteſtantiſche Prediger und mit ihm ein Notar. Der Arzt war, außer Louiſe, ihrem Vater und mir, die einzige gegenwärtige Per⸗ ſon. Die unwiderruflichen Worte waren bald ausge⸗ ſprochen, der Kontrakt unterzeichnet und der Ring an ihrem Finger; als ich ihn aber an denſelben ſteckte, bemächtigte ſich ein kaltes und trauriges Gefühl meines Herzens. Er war zuerſt ziemlich eng geweſen, als ich ihn gekauft hatte, und jetzt war er ſehr weit geworden. Wir waren ſogar genöthigt, am folgenden Tage ein wenig Seide darum zu wickeln, damit er nicht herun⸗ er fallen möge. 4
Drei Tage lang ſchien das Glück alle die Wit⸗


