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ich Dich ſo bald als einen ſo jungen Wittwer zurück⸗ laſſen muß.“
„Laß Dich keinen Augenblick von ſolchen Gedan⸗ ken zurückhalten, Louiſe,“ antwortete ich.„Es wird ein Segen und ein Troſt für mich ſein. Dann kann ich immer bei dir bleiben— darf Dich nie verlaſſen — kann Tag und Nacht für Dich ſorgen, und wenn die zärtlichſte Sorgfalt Dich retten kann, werde ich mein kleines Juwel zum Glück meines Lebens be⸗ halten.“
Sie drückte ihre Lippen zärtlich auf meine Wange und fragte:
„Fühlſt Du wirklich ſo, Louis?“
„Aus vollem Herzen,“ antwortete ich.„Es giebt keinen Segen— keinen Troſt, den ich ſo ſehr wün⸗ ſche. Laß es heute ſein— darf ich mit Deinem Va⸗ ter reden?“
„Wenn Du willſt,“ antwortete ſie mit wonne⸗ vollem Lächeln, und nie in meinem Leben empfand ich eine ſolche Genugthuung, wie bei dem Anblicke des Glückes und der Beruhigung, die ich jenem lieben Mädchen gewährt hatte.
Der alte Profeſſer war bereit, in Alles zu willi⸗ gen, was wir wünſchen mochten. Er war jetzt völlig der Sklave ihres Willens; aber die Trauung konnte an dem Tage nicht ſtattfinden, denn es waren noch einige Förmlichkeiten zu beſeitigen und einige Anord⸗ Die Wechſel des Lebens. 1. Bd. 16


