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kung hervorzubringen, die ich demſelben in meinen glänzendſten Phantaſien zugeſchrieben hatte. Loniſe befand ſich offenbar beſſer, ſah ſo glücklich und heiter aus und ging mit ſo viel leichterem Schritte an mei⸗ nem Arme im Gange auf und ab, daß ſelbſt der alte Profeſſor unſere Hoffnungen theilte und von künftigen Tagen zu reden begann.
Die Arznei verlor bald ihre Macht über den un⸗ beſiegbaren Feind. Wir waren gerade ſechs Tage ver⸗ heirathet, und während der letzten drei war Louiſe wieder ſchwächer geworden. Der ſechste Tag wäar ein warmer und ſonniger. Das Licht ſchien heiter in un⸗ ſer Zimmer und ſie ſprach mit mir von dem lieblichen Anblick des Sommers, und ich mußte das Fenſter öffnen, um die milde Luft hereinzulaſſen.
Eines von den Zimmern in dem Hauſe des alten Profeſſors gewährte die Ausſicht anf den mit Bäumen bepflanzten Wall. Es war ein großes ſelten benutztes Zimmer, aber Louiſe bat mich, dorthin zu gehen und die Fenſter zu öffnen, ehe ſie aufſtand, in⸗ dem ſie ſagte, ſie wünſche dort zu ſitzen und die grü⸗ nen Blätter anzuſehen.
Ihr Vater kam herein, ehe man ſie angekleidet hatte, und als ſie bereit war, führten wir ſie aus ihrem Zimmer in jenen Salon. Ich hatte einen Lehn⸗ ſeſſel in der Nähe des Fenſters für ſie hingeſtellt und ſie näherte ſich demſelben matt und ſetzte ſich darauf
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