Teil eines Werkes 
1. Bd. (1853)
Entstehung
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in mein Herz gebohrt, hätte ſie mich nicht elender machen können, als durch dieſen Troſt.

Mir half kein Troſt kein Nachdenken keine Philoſophie. Es war eine Zeit der Bitterkeit, von verſchiedenen Gemüthsbewegungen erfüllt, aber alle höchſt ſchmerzlich. Wäre meine Liebe glühender und heftiger geweſen, ſo hätte meine Lage mich wahr⸗ ſcheinlich weniger traurig gemacht. Ich würde ge⸗ kämpft ich würde Widerſtand geleiſtet haben aber ein düſteres und unheimliches Gefühl bemächtigte ſich meines Geiſtes, daß alle, die mich liebten, alle, die ein Intereſſe für mich empfanden, faſt ebenſo bald für mich verloren ſein ſollten, wie ich den Segen ih⸗ rer Theilnahme und ihrer Freundlichkeit empfand. Ich fühlte mich unglücklicher, als ich es beſchreiben kann. Es war Nichts vorhanden, was die ſchlum⸗ mernde Energie anſpornte. Es war Alles troſtloſe, einförmige, ſchwermüthige Unthätigkeit.

Drei Wochen waren auf dieſe Weiſe vergangen, als ich eines Abends in dem größeren Zimmer ſaß, wo die gute Frau Steinberger ein Feuer angezündet hatte, meine Füße an den Kamin geſtellt und meinen Kopf auf die Hand geſtützt. Ein Buch, worin ich vergebens zu leſen verſucht, war an meiner Seite auf den Boden niedergefallen, als ich einen Fußtritt im Gange hörte und die Thür aufging. Ich achtete nicht darauf, denn ich war ohne Hoffnung und Erwartung