hören können, welches zwiſchen Louiſen und mir ge⸗ wechſelt wurde, und Alles ſehen dürfen, was zwi⸗ ſchen uns vorging— mit Ausnahme der Blicke.
Zu dieſer Zeit war der Einfluß, den Frankreich auf Preußen ausübte, ſo groß, daß das Protektorat der letzteren Macht über die nördlichen Kreiſe zu einer förmlichen Tyrannei wurde, die man für die Zwecke der franzöſiſchen Republik beſonders zur Verfolgung der Ausgewanderten ausübte. Die Stellung ſolcher Perſonen, wie ich, wurde ſehr gefährlich, und am Tiſche des Profeſſors wurde mehr als einmal von der Nothwendigkeit meiner Entfernung aus Hamburg ge⸗ ſprochen. Es wurde ſogar der Vorſchlag gemacht, daß ich in einem Schiffe, welches in wenigen Mona⸗ ten abſegelte, nach den Vereinigten Staaten Amerikas abfahren ſollte.—
Ich konnte nicht umhin zu bemerken, daß Louiſe ſehr blaß wurde, als man von dieſen Gegenſtänden ſprach, und in ſechs Wochen der wechſelnden Aengſt⸗ lichkeit wurde ich mit aufrichtiger Beſorgniß gewahr, daß ſie ihre Geſundheit und ihren Lebensmuth ver⸗ lor. Ich wagte nicht zu denken, daß jenes theure, liebenswürdige Mädchen um meinetwillen litt; aber dennoch that ich mein Möäglichſtes, ſie zu erheitern und zu tröſten, und vielleicht wurde ich ein wenig zärtlicher in meinem Weſen und meinen Worten, als ich es vorher geweſen. Es hieß jetzt immer„lieber


