Teil eines Werkes 
1. Bd. (1853)
Entstehung
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choliſche Bücher, aber ich fand, daß beide nicht über⸗ einſtimmten, und mir gefiel die Bibel am beſten. Ue⸗ berdies, als der Frühling auf den Winter folgte, als die Tage zunahmen und die Sonne warm wurde, da kam von Zeit zu Zeit ein Augenblick lieblichen früh⸗ lingsartigen Glücks, wenn Louiſe und ich, nachdem wir die Kirche beſucht hatten, bis zur Mittagsſtunde des guten Profeſſors noch einen weiteren Spaziergang machten. Zhweilen machten wir am Abend noch ei⸗ nen Gang und zuweilen begleitete er uns zu ſeinem kleinen Garten mit dem Sommerhauſe, wo er mir zuerſt begegnet war. Es war Alles ſehr ergötzlich, und mein Ehrgeiz, der einſt ſehr ſtark und hochſtre⸗ bend geweſen, war um dieſe Zeit ſehr feingeſchrumpft. Ich hätte dort eine unendliche Zeit bei Allem, wie es gerade jetzt war, zufrieden verweilen können. Aber wir müſſen uns erinnern, daß kein Wort von Liebe zwiſchen Louiſe und mir gewechſelt worden war, au⸗ ßer wenn es in den Büchern vorkam. Ich fürchte, daß dieſe Stellen um dieſe Zeit ſehr häufig wurden. Loniſe liebte dieſelben und ich war leicht bereit, ſie ihr aufzuſuchen.

So ging es länger, als acht Monate, als un⸗ glücklicherweiſe eine Schweſter des Profeſſors ankam, die ein wenig jünger war, als er, die aber das ein⸗ ſame Alter ſehr verſauert hatte. Sie war ganz Auge, Ohr und Verſtand. Gott weiß, ſie hätte jedes Wort

Die Wechſel des Lebens. 1. Bd. 15