eines zufälligen Zuſammentreffens in einer entfernten Stadt Frankreichs wurde ich, was ich bin und wor⸗ auf ich ſtolz bin— ein Literat.
Einige Zeit nach dieſem zufälligen Zuſammentref⸗ fen reiſte ich in einem anderen Departement, wie man es jetzt nennt, oder in einer anderen Provinz, wie man vor Zeiten ſagte, als ich in einem Gaſthofe oder Hotel in der berühmten Stadt Rennes, der Haupt⸗ ſtadt der Bretagne, einkehrte. Es iſt eine ſtille, alte Stadt, welche ausſieht, als hätten die Bewohner ſeit der Revolution einen beträchtlichen Theil ihrer Zeit mit Schlafen hingebracht; aber dennoch giebt es eine große Menge angenehmer Leute darin, viele unterhal⸗ tende Geſellſchaften, viel Eleganz und Grazie in ihren höheren Kreiſen und eine zahlreiche Sammlung ſchö⸗ ner Geſichter und Geſtalten— für welches Alles ich pflichtſchuldigſt dankbar bin.
Die erſte Ankunft in einer ſolchen Stadt kann indeſſen niemals beſonders angenehm ſein. Die Um⸗ ſtände, die mich dorthin führten und mich dort eine lange Zeit zurückhielten, könnten für das große Publi⸗ kum von keinem Intereſſe ſein, doch ich will geſtehen, daß der erſte Anblick der Stadt bei Tage, wenn gleich auffallend und in gewiſſem Grade ſchön— und es giebt wenige Städte, für die ich eine ſolche Vorliebe habe— in anderer Hinſicht düſter und einförmig war; und ehe ich die wenigen Empfehlungsbriefe, die


