Teil eines Werkes 
2. Bd. (1854)
Entstehung
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vergangenen Tage den Himmel eingehüllt hatte, war jene Wolke leicht und ſanft, wie der Flaum eines Schwans.

Um zwei Uhr ſah man mehrere lange Reihen indianiſcher Häuptlinge und Krieger dem großen Onei⸗ dadorfe ſich nähern. Bald darauf wurde ein großes Feuer vor der Thür der vorzüglichſten Wohnung an⸗ gezündet, und wie am vergangenen Abend bildeten die Krieger einen engeren und die Frauen und Kinder einen weiteren Kreis.

Der große Häupiling in der vollen Pracht der indianiſchen Friedenskleidung, mit ſeinen Federn, ſei⸗ nem weiß und rothen Kopfputze, ſeinem earmoiſin⸗ rothen Mantel, ſeinem geſtickten Hemd und Oberkleide und den zahlloſen Schaumünzen an ſeinem Halſe, nahm mit einer ernſten Würde, wie ſich wenige eivi⸗ liſirte Monarchen nach dem eifrigſten Studium anzu⸗ eignen vermögen, den Chrenplatz ein. Er trug keine kriegeriſchen Waffen, Nichts als ein einziges Meſſer zeigte ſich an ſeinem Gürtel und in ſeiner Hand hielt er eine reich verzierte Friedenspfeife.

Dicht hinter ihrem Vater ſaß Otaitſa mit ſehr beunruhigtem Herzen, weniger vielleicht von Furcht, als Erwartung. Der ſchwarze Adler war freundlich und zärtlich gegen ſie geweſen, als er ſich mit ihr

allein befunden. Er hatte ſie mit einer Zärtlichkeit,

wie ſie ein Indianer ſelten gegen ſein Kind zu erken⸗