Teil eines Werkes 
2. Bd. (1854)
Entstehung
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nen giebt, an ſein Herz gedrückt. Er hatte die ganze Erzählung von ihrer Liebe zu Walter Prevoſt ohne ein Wort der Mißbilligung oder des Vorwurfs ange⸗ hört und zuweilen hatte ſich ſogar ein heiteres Lächeln in ſeinem dunklen und ſtrengen Geſichte gezeigt, als ihre Worte ihn an die Gefühle ſeiner Jugend erin⸗ nerten gleich einem Liede, an welches man nach vielen Jahren plötzlich wieder erinnert wird. Anſtatt ihren Verſuch der Befreiung Walter's zu tadeln, rühmte er denſelben ſehr.

Es war Deine Aufgabe, mein Kind, ſagte er.Du hätteſt ein Knabe ſein ſollen, Otaitſa; der Geiſt des Kriegers iſt in Deinem Mädchenbuſen.

Als ſie aber von dem Schickſal ihres Geliebten zu reden und für ihn zu bitten begann, da kehrte die ſtrenge und ernſte Kälte des Indianerhäuptlings zu⸗ rück, und obgleich ſie ſehen konnte, daß er voll feſter Entſchlüſſe war, vermochte ſie doch nicht zu entdecken, worin ſie beſtanden. Sie wußte, daß die Erklärung jetzt kommen ſollte und wir können uns vorſtellen, mit welchem lebhaften Intereſſe ſie auf jedes Wort horchte. Es fand natürlich einige Verwirrung ſtatt, als Alle ihre Plätze einnahmen, aber bald wurde es ruhig und dann trat ein tiefes Schweigen ein. Die große Pfeife wurde angebrannt und von Hand zu Hand geſchickt, bis ſie den ganzen Kreis zurückgelegt hatte,