Teil eines Werkes 
4. Bd. (1853)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

208

„In Wahrheit, ich weiß nicht, was ich ſagen oder denken ſoll,“ antwortete Karl. 5

„Ich denke, ich ſehe, was hier zu thun iſt, Sire,“ ſagte der Kanzler,„obgleich die Sache ein wenig ver⸗ wickelt ſcheint. Wenn Herr von St. Florent beweiſen kann, daß dieſe junge Dame die Tochter ſeiner Ge⸗ mahlin iſt, ſo iſt er ohne Zweifel nach dem Geſetze Frankreichs ihr rechtmäßiger Vormund, und aller auf andere Thatſachen gegründeter Widerſpruch vergebens. So viel von dieſer Anſicht der Sache. Aber auch wenn er die Thatſache nicht beweiſen könnte, ſo iſt hier ein Brief von Seiner Hoheit dem Herzoge von Orleans, deſſen Handſchrift ich ſehr wohl kenne, worin derſelbe ſeine Vormundſchaft, wenn er ein Recht dazu beſitzen ſollte, dem Herrn von Brecy überträgt. In beiden Fällen können Eure Majeſtät daher nicht irren, noch auch irgend eins von Euren eigenen Edikten oder von denen Eurer Vorfahren verletzen, wenn Ihr die Vormundſchaft dem Manne zurückgebt, dem man dieſelbe in Folge eines Mißverſtändniſſes genommen. Jede andere Handlungsweiſe würde gefährlich und von ſehr üblen Folgen ſein.“ 8

La Trimouille biß ſich in die Lippe und Johanna von Vendome nickte langſam mit dem Kopfe, indem ſie Agnes Sorel mit bitterem Lächeln anſah.

„So ſei es denn,“ ſagte der König, indem er