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unſerem Hofe aufgehalten hat, die Tochter unſeres verſtorbenen Oheims, des Herzogs von Orleans, iſt?“ „Das habe ich, Sire,“ antwortete de Brecy. „Wie konntet Ihr Euch denn herausnehmen, an ihre Vormundſchaft gegen unſer Recht Anſpruch zu machen?“ fragte der König ſtrenge.„Als unſere nächſte Couſine, mag ſie nun rechtmäßig oder unrecht⸗ mäßig ſein, iſt ſie unſere Mündel.“ 1 „Meine Antwort iſt einfach, Sire,“ verſetzte de Brecy.„Ich habe nie gethan, was Eure Majeſtät ſagen; und wenn ich es gethan, als ich zuletzt vor Euch ſtand, hätte ich es aus Unwiſſenheit gethan, denn erſt vor drei Tagen erhielt ich von einem ge⸗ wiſſen Lomelini, Abte von Briare, der damals auf ſeinem Sterbebette lag, gewiſſe Nachricht über ihre Geburt. Dieſe Pakete hätten ſchon längſt an mich abgegeben ſein ſollen, aber ſie wurden in unredlicher
3 Abſicht vorenthalten. Ich lege ſie Euch jetzt vor, um
darüber zu urtheilen, wie Ihr es für gut halten möget.“
„Seht ſie an, des Urſins,“ ſagte der König, und der Kanzler nahm ſie an.
„Ich kann beweiſen, Eure Majeſtät,“ ſagte Juvenel de Royans vortretend,„daß Herr von Brecy, als er zuletzt in Berri war, durchaus nicht wußte, weſſen Kind die junge Dame ſei; denn wir hatten eine lange Unterredung darüber, als er ſich auf tapfere Weiſe in


